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documenta-Stadt Kassel

Hand in Hand bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt

Gemeinsamer Runder Tisch gegen häusliche Gewalt in der Region Kassel

05. März 2009.

Vorbei sind die Zeiten als häusliche Gewalt als privates Problem der Betroffenen angesehen wurde. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Gewalt unabhängig davon, ob sie im öffentlichen Raum oder im familiären Bereich stattfindet, gleichermaßen bekämpft werden muss. 525 Fälle häuslicher Gewalt registrierte die Polizei 2008 in der Stadt und dem Landkreis Kassel. Im Jahr 2007 waren 577 Fälle.

 

Den Opfern von häuslicher Gewalt durch fachübergreifende Kooperation wirkungsvoll zu helfen, ist daher das Ziel der Arbeitsgemeinschaft Runder Tisch gegen häusliche Gewalt, der sich im Februar 2003  in Baunatal gründete. Initiiert hatte ihn die städtische Frauenbeauftragte Irmgard Schüler. Bereits im November 2003 wurde dieser Arbeitskreis durch die Kooperation mit der Kreisfrauenbeauftragten Anna Hesse zu einer auf Kreisebene agierenden Arbeitsgemeinschaft erweitert. Seitdem arbeiten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von strafverfolgenden Behörden, von Hilfeeinrichtungen, dem Interventionsbereich und dem Gesundheitswesen engagiert und erfolgreich zusammen. In diesem Monat hat die Arbeitsgemeinschaft die Broschüre „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt – Interventionsarbeit im Landkreis Kassel“ herausgebracht, in der die Mitglieder ihre Vorgehensweisen bei Fällen häuslicher Gewalt vorstellen.

 

Nun steht eine neue Erweiterung des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt an, die dem Bedarf der intensiveren Vernetzung mit der Stadt Kassel gerecht werden soll. Neben den Vertreterinnen und Vertretern des Polizeipräsidiums Nordhessen, der Staatsanwaltschaft und des Amtsgerichtes Kassel soll nun auch eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Vertretungen aus den Ämtern der Stadt Kassel und Hilfeeinrichtungen in Kassel erfolgen. Dass dieses gut funktionieren wird, davon sind alle Beteiligten überzeugt. Können sie doch auf die gute Zusammenarbeit in der Interventionsstelle KAIP blicken, die nur durch die enge Kooperation von Beratungsstellen, dem Polizeipräsidium Nordhessen, der Staatsanwaltschaft Kassel sowie dem Landkreis und der Stadt möglich war.

 

„Von der Erweiterung um die Stadt Kassel erhoffen wir uns eine noch effektivere, an den Bedürfnissen der Opfer ausgerichtete Arbeit“, erklärt Uwe Schmidt, Vizelandrat und Sozialdezernent des Landkreises Kassel. „Die Ziele der Arbeit des Runden Tisches verändern sich durch die Erweiterung nicht, an erster Stelle steht auch weiterhin der Schutz der Opfer“, so Manfred Schaub, Bürgermeister von Baunatal. „Gewalt macht nicht vor der Stadtgrenze halt, so dass eine regionale Zusammenarbeit zwingend notwendig ist“, ergänzt Anne Janz, Frauendezernentin von Kassel.

 

Notwendig ist jedoch auch die Verbesserung der Beratungssituation für Täter und die Einrichtung von Anti-Gewalt-Trainingskursen. Die Einrichtung dieser Angebote darf jedoch nicht auf Kosten des Opferschutzes erfolgen, betonen die drei Frauenbeauftragten Irmgard Schüler, Anna Hesse und Dr. Christiane Lindecke, Leiterin des Frauenbüros Kassel.

 

Im Juni diesen Jahres wird der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt Region Kassel seine gemeinsame Arbeit starten.

 



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