06. März 2009. Vor fast 100 Jahren, am 19. März 1911, fand der erste Internationale Frauentag statt. Zehn Jahre später wurde sein Datum auf den 8. März festgelegt. Alljährlich soll der Tag von „Brot und Rosen“ auf die Ungleichbehandlung von Mann und Frau aufmerksam machen. Eine zentrale Forderung lautete von Beginn an: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. 2009, wie in jedem Jahr, weist das Statistische Bundesamt zum Frauentag darauf hin, dass Frauen in der Bundesrepublik durchschnittlich immer noch rund ein Viertel weniger Entgelt bekommen als Männer. „Im europäischen Vergleich gehört Deutschland nach wie vor zu den Staaten mit der größten Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen“, so die Kasseler Frauendezernentin Städträtin Anne Janz anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März. Trotz dieser alarmierenden Zahl dürfe man nicht übersehen, dass sich die Situation von Frauen seit dem ersten Internationalen Frauentag bereits deutlich verbessert habe. Im Jahr 2009 hätten Frauen in Kassel auch Grund zum Feiern, da vier frauenpolitische Jubiläen in diesem Jahr anstünden. „2009 können wir 90 Jahre Frauenwahlrecht feiern“, so Janz. Am 19. Januar 1919 durften die Frauen auf Reichsebene zum ersten Mal ihr passives und aktives Wahlrecht wahrnehmen. Nahezu 90 Prozent gingen zu den Wahlurnen, soviel wie später nie wieder. 41 Frauen wurden damals in den Reichtag gewählt, was einem Anteil von 9,6 Prozent entsprach, ein Frauenanteil, der erst 1983 im Parlament wieder erreicht wurde. „2009 feiern wir 60 Jahre Grundgesetz und damit 60 Jahre Gleichberechtigungsartikel. Eine Kasselerin, Elisabeth Selbert, war eine der wenigen Mütter des Grundgesetzes und ihr ver-danken wir die Formulierung `Männer und Frauen sind gleichberechtigt´“ , führte die Frauendezernentin weiter aus. Der Nachlass Elisabeth Selberts sei ein wichtiger Teil der Sammlung des Archivs der Deutschen Frauenbewegung, das in Kassel seinen Sitz hat und in diesem Jahr sein 25jähriges Jubiläum feiert. „Wir freuen uns, dass es in Kassel einen zentralen Ort gibt, in dem Frauengeschichte und Frauenbewegung erforscht und dokumentiert werden“, sagte Anne Janz, „und gratulieren dem Archiv der Deutschen Frauenbewegung und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg“. Ebenfalls sein 25jähriges Bestehen feiert das Frauenbüro der Stadt Kassel, das als erstes hessisches Frauenbüro im August 1982 in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und im April 1984 realisiert wurde.
(2449 Zeichen)
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@stadt-kassel.de
Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp
Kassel und die Region im Internet:www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.