Sportamtsleiter Kuhlmann geht in Ruhestand: OB Hilgen würdigt Verdienste der 33-jährigen Amtszeit

20. März 2009.

Im Alter von 32 Jahren wechselte er 1976 als bislang jüngster Amtsleiter zur Kasseler Stadtverwaltung – jetzt geht er als derzeit dienstältester Sportamtsleiter Deutschlands in den verdienten Ruhestand. Anlässlich der offiziellen Verabschiedung von Rainer Kuhlmann würdigte Oberbürgermeister Bertram Hilgen den scheidenden Leiter des Kasseler Sportamtes als „stets engagierten und ideenreichen Menschen des nordhessischen Sports“.

 

Im städtischen Pressedienst unterstrich OB Hilgen, dass Rainer Kuhlmann in seiner 33-jährigen Amtszeit wegweisende Entscheidungen vorbereitet, mitgetragen und verwirklicht habe. „Vor allem im kommunalen und vereinseigenen Sportstättenbau sind in den letzten drei Jahrzehnten so viele Projekte wie nie zuvor im Kasseler Stadtgebiet realisiert worden. Das beginnt beim Bau der Auepark-Sporthalle in Zusammenarbeit mit der Uni, den zahlreichen Bezirksportanlagen, Fußballplätzen, Dreifeldersporthallen, der Ausstattung nahezu aller Trainingsspielfelder mit Beleuchtungsanlagen und endet bei den neuen Kunstrasenplätzen sowie der Modernisierung und dem Umbau des Auestadions und des Nordstadtstadions. An all dem und daran, dass Kassel sich heute Sportstadt nennen darf, hat Rainer Kuhlmann seinen Anteil“, erklärte Bertram Hilgen.

 

Für seinen neuen Lebensabschnitt wünschte er dem langjährigen Sportamtsleiter die gleiche Kreativität und Lebensfreude, die ihn bei der Arbeit ausgezeichnet haben. Er sei sich sicher, dass Rainer Kuhlmann dem Kasseler Sport auch im Ruhestand erhalten bleibt.

 

Der verheiratete Sportamtsleiter - Vater von zwei erwachsenen Söhnen und Großvater dreier Enkel - hat nach eigenen Angaben immer Wert auf einen engen Kontakt mit den zahlreichen Kasseler Sportvereinen gelegt. „Ich bin froh und stolz, dass wir in guter Zusammenarbeit eine Vielzahl verschiedenster Vereinsprojekte - insbesondere Vereinsclubhäuser, Umkleidegebäude, Kleinspielfelder - realisieren konnten“, so Kuhlmann. Allein in der Ära von Steffi Graf und Boris Becker sind unter seiner Federführung 16 Tennisplätze in Kassel gebaut und gefördert worden. Als sein „Sahnestück“ sehe er die Verwirklichung des Kegel- und Tanzsportzentrums am Auepark im Jahr 1981 an. „Den Kasseler Keglerverein und die Tänzer des Rot-Weiß-Klubs gemeinsam unter ein Dach zu bekommen, und die anschließende Gesamtfinanzierung dieses Großprojektes zu sichern, war mir auch ein persönliches Anliegen“, berichtete Kuhlmann rückblickend.

 

In seinen 33 Dienstjahren habe er nahezu in der ganzen Welt an unzähligen Repräsentationsveranstaltungen - insbesondere auch in den Kasseler Partnerstädten - mit Kasseler Sportvereinen teilnehmen dürfen. „Durch etliche Sport-Wettkämpfe wie dem Askina-Sportfest, Deutsche Meisterschaften, Fußball-Länderspiele und sonstige Großveranstaltungen im Sport, haben wir Kassel national und auch ein Stück weit international bekannt gemacht“, so Kuhlmann weiter. Auch die Vermarktung des Auestadions bei Musikkonzerten von Herbert Grönemeyer, Wolfgang Petry und der Gruppe Pur mit einer Kasseler Konzertagentur trugen seine Handschrift. Besonders stolz sei er auf die Vermittlung von mehr als 25 Jugendsportkontakten zwischen Kassel und Israel, die zur Aussöhnung mit Israel beigetragen haben und eine der Voraussetzungen für die Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Kassel und Ramat-Gan waren.

 

An dem von ihm begonnenen Jugendfußballkontakt mit seinem Heimatverein, dem Fußball-Bundesligisten VfL Bochum, haben in 30 Jahren tausende von Fußballjungen aus Kassel und Bochum aus nahezu allen Kasseler und vielen Fußballvereinen der nordhessischen Region teilgenommen.

 

„Eine meiner besten Entscheidungen war auch der Umzug des städtischen Sportamtes im Jahr 1995 von der Hessenkampfbahn ins heutige Auestadion“, freute sich Kuhlmann, „mitten ins Herz des sportlichen Lebens in Kassel.“

 

Als Gründer und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Sportämter (AHS) wurde Kuhlmann kürzlich zum Ehrenvorsitzenden der AHS ernannt. Einmal mehr bilanzierte er, dass er das Glück gehabt habe, sein Hobby zum Beruf machen zu können. „Es war eine tolle Zeit und ich bin jeden Morgen mit Freude zur Arbeit gefahren“, berichtete Rainer Kuhlmann abschließend mit etwas Wehmut und wünschte der neuen Sportamtsleiterin Dr. Andrea Fröhlich viel Erfolg.

 

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Verabschiedung Rainer KuhlmannRainer Kuhlmann und Oberbürgermeister Bertram Hilgen (Foto: Harry Soremski)


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