20. März 2009.
Die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Fuldapromenade ist ein viel diskutiertes Thema.
Inzwischen sind die Vorbereitungen weit vorangeschritten, mit dem Bau soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. Viele Fragen, Kritik und Anregungen sind Bestandteile der öffentlichen Diskussion. Daher laden Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadtbaurat Norbert Witte alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 1. April, 19.30 Uhr, in das Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Straße 74, ein.
Neben den beiden Magistratsmitgliedern werden zwei Vertreter der Wassersportvereine beziehungsweise der Schulrudervereine sowie der Architekt Professor Dr. Berthold H. Penkhues Gesprächspartner sein. Moderiert wird die Veranstaltung von dem Leiter der HNA-Lokalredaktion, Uli Hagemeier. Als sachkundiger Gast wird der Vorsitzende des Essener Ruder-Regattavereins, Georg Romhanyi, anwesend sein.
Zum Hintergrund:
Schon lange gibt es in Kassel Überlegungen, einen Weg direkt entlang der Fulda zu führen. Vor rund 30 Jahren – zur 2. Kasseler Bundesgartenschau 1981 – wurden diese Überlegungen konkreter und Teil des Planungskonzepts der Gartenschau. Unter dem Slogan „Stadt am Fluss“ wurde der Gedanke danach immer wieder von verschiedenen documenta-Teilnehmern und der Kommunalpolitik aufgenommen, ohne dass es die Möglichkeit gab, diesen Wunsch des größten Teils der Kasseler Bevölkerung zu verwirklichen.
Vor zwei Jahren eröffnete sich die Chance, den langgehegten Wunsch umzusetzen. Das Land Hessen wollte die Pachtverhältnisse an den Fuldagrundstücken neu ordnen und war bereit, der Stadt einen Uferstreifen zu verkaufen.
Bereits im November 2007 gab es im Kasseler Rathaus eine Informationsveranstaltung für alle Vereine, die an der Fulda Bootshäuser haben. Dabei wurden die Überlegungen, entlang der Fulda einen Weg zu führen – ob als kombinierten Fuß-/Radweg oder nur als Fußweg war noch offen –, vorgestellt. Schon damals bot die Stadt den Vereinen eine enge Zusammenarbeit auf dem Weg zur Verwirklichung des Vorhabens an.
Trotz ihrer kritischen Haltung zu dem Vorhaben arbeiten viele Vereine konstruktiv mit der Stadt zusammen. Die Stadt ihrerseits trug vielen Bedenken der Vereine Rechnung. So wurde auf die Anlage eines kombinierten Rad- und Fußweges verzichtet. Die Stadt erklärte sich ferner bereit, die Kosten für den Bau von Zäunen zwischen den Vereinsgeländen und dem Weg – sofern gewünscht - ebenso zu übernehmen wie das Eigentum an den Stegen. Außerdem verzichtete die Stadt auf die Fortführung des Weges jenseits der Damaschkebrücke.
Der städtische Grundstücksausschuss hat vor einem Jahr – am 11. März 2008 - einstimmig den Ankauf der für den Weg entlang der Fulda benötigten Grundstücksflächen beschlossen. Über diesen Beschluss wurden die Vereine Ende März von der Stadt informiert. Am 29. September 2008 beschloss die Stadtverordnetenversammlung mit Mehrheit das Konzept zum Bau der Promenade mit einem Fußweg entlang der Fulda und einem kombinierten Rad-/Fußweg entlang des Auedamms.
Nach dem positiven Votum der Stadtverordnetenversammlung liegt jetzt auch die Genehmigung des Regierungspräsidiums vor. Mit dem Land wurde darüber hinaus für die Vereinsgrundstücke ein Generalpachtvertrag abgeschlossen, so dass die Stadt nach Auslaufen der Verträge Verpächterin der Grundstücke ist.
Die Promenade kostet rund 900.000 Euro; sie wäre wegen möglicher Bundeszuschüsse wesentlich günstiger für die Stadt geworden, hätte es einen kombinierten Rad-/Fußweg entlang der Fulda gegeben. Darauf hat die Stadt auf Wunsch der Vereine verzichtet. Andererseits ist der direkte Zugang zur Fulda über die Vereinsgrundstücke in Zukunft wegen des öffentlichen Weges nicht mehr vorhanden. In vielen Städten funktioniert das Nebeneinander von Vereins- und öffentlicher Nutzung des Ufergeländes jedoch problemlos.
Die Stadt fördert ferner in großem Umfang finanziell die Schulrudervereine. So übernimmt sie beispielsweise die Pacht und die Grundsteuer für die Grundstücke an der Fulda.
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