25. März 2009. Den mit 10.000 Euro dotierten Arnold-Bode-Preis wird in diesem Jahr der Schweizer Künstler Urs Lüthi erhalten. Wie Bürgermeister und Kulturdezernent Thomas-Erik Junge am Montag mitteilte, hat der Magistrat als Vorstand der Arnold-Bode-Stiftung auf Vorschlag des Kuratoriums der Arnold-Bode-Stiftung Urs Lüthi diesen Preis zuerkannt. Die Verleihung des Arnold-Bode-Preises, der den Namen des documenta-Gründers trägt und der seit 1980 vergeben wird, soll Ende des Jahres im Kasseler Kunstverein stattfinden.
Urs Lüthi wurde 1947 in Kriens (Schweiz) geboren. Seit 1986 lebt und arbeitet er in München. 1994 wurde er als Professor an die Kasseler Kunsthochschule berufen. Urs Lüthi hat sich durch unzählige Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, als documenta-Teilnehmer (1977) und Vertreter der Schweiz auf der Biennale in Venedig (2001) einen internationalen Ruf erworben. Derzeit zeigt des Kunstmuseum Luzern eine umfangreiche Ausstellung seiner Werke.
Im Mittelpunkt der Kunst von Urs Lüthi steht der Mensch, und dieser Mensch ist unverkennbar der Künstler selbst. Seit den androgynen Numbergirl-Fotos Anfang der Siebzigerjahre, die ihn früh berühmt machten, erleben wir ihn - in wechselnden Stilen und Medien - als Selbstdarsteller und Rollenspieler zugleich. Kaum ein anderer Künstler betreibt das mit solcher Obsession. Doch offenkundig ist: Es geschieht nicht aus Eitelkeit oder narzisstischer Selbstbespiegelung. Lüthi stellt sich vielmehr als Modell zur Verfügung, macht ein Angebot, auch unser Dasein exemplarisch zu erschließen: „“I´ll be your mirror“.
Seine Kunst, mit ihrem Spektrum von morbider Laszivität bis zur moribunden Drolerie, handelt von den Höhe- und Tiefpunkten wie auch von der Normalität seines Lebens bis hin zum alltäglichen Ärger über die Tücke des Objektes und lässt uns Parallelen zu den Ereignissen und Wechselfällen, zu den Gefühlen und Befindlichkeiten unseres eigenen Lebens oder das anderer herstellen.
Das Kuratorium würdigt mit der Preisvergabe die konsequente Haltung eines Künstlers, der unter der Parole „Art is the better life“ unbeirrt das Unmögliche versucht: den polaren Gegensatz von Kunst und Leben zu überbrücken.
Weitere Informationen zum Arnold-Bode-Preis: www.stadt-kassel.de
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