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| Pressemitteilung vom 06. April 2009 |
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Archäologische Untersuchung zur möglichen Römerfurt zwischen Kassel und Niestetal angelaufen Kassel/Niestetal. „Die Vorbereitungen waren doch umfangreicher, als ursprünglich gedacht – rechtzeitig vor Beginn der intensiveren Nutzung der zu untersuchenden Flächen kann die geophysikalische Prospektion an der Fulda im Kasseler Stadtteil Wolfsanger jetzt starten“, berichtet Landrat Dr. Udo Schlitzberger, der sich vor Ort über den Beginn der archäologischen Untersuchung informiert. Der Kreis hatte einen entsprechenden Untersuchungsauftrag gegeben, da die gegenüber dem Niestetaler Ortsteil Sandershausen gelegene Fläche an der Fuldaschleife als möglicher Fulda-Übergang im Rahmen römischer Feldzüge nördlich des Limes in Frage kommt. Ausgehend von Luftbildern und den darauf feststellbaren auffälligen Bodenstrukturen vermutete der Fuldataler Kreisbeigeordneten Thomas Ackermann, der unter anderem auch mehrere Semester Archäologie studiert hat, dass sich der Bereich, in dem Losse und Nieste in die Fulda fließen, für eine Furt und damit für eine Überquerung der Fulda angeboten hat. Landrat Dr. Schlitzberger unterstützt diese These: „Auf dem Weg zum über mehrere Jahrzehnte genutzten Lager bei Hedemünden müssen römische Legionen von Süden kommend im Bereich Kassel die Fulda überquert haben – neben dem Bereich unterhalb des heutigen Regierungspräsidiums am Altmarkt kommt auch die Fuldaschleife in Wolfsanger in Frage“. Der Vorteil der Fläche hinter dem Landhaus Meister sei, dass hier keine Bebauung erfolgt ist und eine geophysikalische Untersuchung „ohne großen Aufwand“ realisiert werden kann. Dr. Schlitzberger: „Auf die Ergebnisse der Geomagnetik bin ich gespannt – es liegen ja bereits eine Reihe von unterschiedlichen Vermutungen vor“. Ackermann selbst schließt nicht aus, dass die erkennbaren Spuren auch Reste aus karolingischer Zeit (8. Jahrhundert nach Christus) sein könnten. Zu dieser Zeit lag die Region Kassel im Grenzgebiet von Karolingern und Sachsen. Das Landesamt für Denkmalpflege geht davon aus, dass es sich bei den Geländestrukturen um ehemalige Flutrinnen und Vertiefungen von Überschwemmungen handelt. Außerdem habe es im Bereich Wolfsanger früher Sandgewinnung gegeben, dessen Reste man auf den Luftbildern erkennen kann. Landrat Dr. Schlitzberger ist sich sicher, dass die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchung durch die Marburger Fachfirma Posselt & Zickgraf noch im April vorliegen werden und dass danach „mehr Klarheit“ über die Bodenstrukturen besteht. „Unter der Projektleitung der stellvertretenden Landesarchäologin Dr. Vera Rupp ist aktuell ein gemeinsames Forschungsprojekt der Landesarchäologie, des Landkreises Göttingen und des Landkreises Kassel geplant, dass sich mit den römischen Feldzügen nördlich des Limes zwischen Lahnau-Waldgirmes (Lahn-Dill-Kreis) und Hedemünden (Landkreis Göttingen) um Christi Geburt und danach beschäftigt“, informiert Dr. Schlitzberger. Vielleicht könnten die Ergebnisse aus Wolfsanger hier einen wichtigen Beitrag leisten. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: Archäologie Wolfsanger Auf dem Foto sieht man Thorsten Riese (Posselt & Zickgraf), der den gutgelaunten Kreisbeigeordneten Thomas Ackermann, Landrat Dr. Udo Schlitzberger und dem Landtagsabgeordneten Wolfgang Decker das Verfahren der geophysikalischen Prospektion erklärt.
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LANDKREIS KASSEL
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Harald Kühlborn
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