Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 13. Mai 2009
Bundespräsident trug sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein
OB Dr. Lutz Trümper empfing Dr. Horst Köhler

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute im Alten Rathaus den Bundespräsidenten, Dr. Horst Köhler, empfangen. Während seines Besuches trugen sich das Staatsoberhaupt und seine Ehefrau Eva Luise in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein. Horst Köhler ist nach Richard von Weizsäcker (1991), Roman Herzog (1994) und Johannes Rau (2000) der vierte deutsche Bundespräsident, der sich in das Goldene Buch eintrug.

 

Der Besuch des Bundespräsidenten im Alten Rathaus bildete den Abschluss seiner eintägigen Visite in Magdeburg. Unter dem Motto "Innovation und Qualität" hatte das Staatsoberhaupt zuvor Firmen und Einrichtungen in der Landeshauptstadt Magdeburg besucht.

 

Am Vormittag unternahm Dr. Horst Köhler einen Rundgang durch das Unternehmen FAM Förderanlagen Magdeburg, das Geräte für die Gewinnung und Lagerung von Schuttgütern herstellt. FAM wurde 1993 privatisiert und ist heute eine eigenständige Unternehmensgruppe mit weltweit 900 Mitarbeitern und Repräsentanzen unter anderem in Australien, Brasilien, Singapur und den USA.

 

Anschließend war das Staatsoberhaupt im handwerklich geprägten Zuliefererbetrieb ZOM Oberflächenbearbeitung zu Gast. Das Unternehmen ist ein 1993 in Magdeburg gegründeter Betrieb, der auf den Gebieten der Instandsetzung sowie der Sonderanfertigung von Zerspannungs- und Formwerkzeugen und dem Schleifen von Werkzeugen tätig ist. ZOM beschäftigt derzeit 48 Mitarbeiter und ist seit 1997 auch Ausbildungsbetrieb.

 

Das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft, das der Bundespräsident ebenfalls besuchte, wurde 1990 unter Mitwirkung der Magdeburger Universität gegründet. Es verfügt heute über 35 Bildungszentren, vorrangig in den neuen Bundesländern, und beschäftigt ca. 350 Mitarbeiter. Seine Ausbildungsschwerpunkte liegen in den industriellen Metall- und Elektroberufen. Darüber hinaus bietet es Aus- und Weiterbildungen in nichtärztlichen Heil-, Pflege- und sozialen Berufen an.

 

Vor der Eintragung in das Goldene Buch hatte Dr. Horst Köhler den Magdeburger Dom besucht und dabei einen Eindruck von den umfangreichen archäologischen Arbeiten gewonnen.


Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg

 

Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Es wurde unter Oberbürgermeister Hermann Beims eingerichtet. Die erste Eintragung erfolgte am 10. Mai 1931 durch die Mitglieder des Magistrats.

 

Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder die sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.

 

Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Weigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige und derzeitige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.

 

Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde und Prof. Reinhold Krampitz sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.

 

In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg (z.B. nach dem Gewinn der Champions League 2002), der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.

 

Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a.D. Roland Wambeck sowie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg.

 

 

 

Lebenslauf von Bundespräsident Horst Köhler

(Quelle: Bundespräsidialamt)

 

 

Kindheit und Ausbildungsjahre

Horst Köhler kommt am 22. Februar 1943 im polnischen Skierbieszów zur Welt. Die Eltern, deutschstämmige Bauern aus dem rumänischen Bessarabien, waren zwangsweise nach Polen umgesiedelt worden. Polen ist von der Wehrmacht besetzt. Köhler ist das siebte von acht Kindern.

 

Im Kriegsjahr 1944 flüchtet die Familie vor den sowjetischen Truppen nach Markkleeberg-Zöbigker bei Leipzig. Dort bauen sich die Eltern auf einem kleinen Hof eine neue Existenz auf. Bald wünscht sich besonders die Mutter bessere Chancen für ihre Familie. 1953 gelingt den Köhlers noch vor dem 17. Juni die Flucht über West-Berlin in die Bundesrepublik. Sie leben vier Jahre lang in verschiedenen Flüchtlingslagern. 1957 wird das schwäbische Ludwigsburg schließlich endgültig Heimat für die Familie.

 

Am dortigen Mörike-Gymnasium macht Köhler 1963 Abitur. Er leistet seinen Wehrdienst ab, verpflichtet sich für zwei Jahre bei den Panzergrenadieren und wird Leutnant der Reserve. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften finanziert Horst Köhler durch Arbeit selbst. 1969 schließt er sein Studium an der Eberhard Karls Universität Tübingen ab und wird wissenschaftlicher Referent am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung. Im selben Jahr heiratet er Eva Luise Bohnet. Sie ist Lehrerin aus Ludwigsburg.

 

1977 erwirbt Köhler an der Universität Tübingen seinen Doktortitel. Der Titel seiner Dissertation lautet: "Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt".

 

Berufliches

1976 tritt Köhler in die Grundsatzabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums in Bonn ein. Minister ist zu dieser Zeit Otto Graf Lambsdorff. 1981 wechselt Köhler von Bonn nach Kiel und wird Referent von Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg in der Staatskanzlei Schleswig-Holstein. Als Gerhard Stoltenberg 1982 im Zuge des Regierungswechsels Bundesfinanzminister wird, verlässt Köhler Kiel und kommt zurück nach Bonn. Dort arbeitet er im Leitungsstab des Finanzministeriums und wird Leiter des Ministerbüros. Später übernimmt er die Grundsatzabteilung des Bundesfinanzministeriums und die Abteilung Geld und Kredit, die für die internationale Finanz- und Währungspolitik zuständig ist.

 

1990 ernennt Bundesfinanzminister Theo Waigel Horst Köhler zum Staatssekretär. Köhler verhandelt mit der DDR-Führung über die deutsch-deutsche Währungsunion. In Moskau handelt er das Abkommen über den Abzug der sowjetischen Truppen aus der DDR aus. Er ist Chefunterhändler beim Maastricht-Vertrag über die Europäische Währungsunion, zugleich persönlicher Beauftragter ("Sherpa") von Bundeskanzler Helmut Kohl für die Weltwirtschaftsgipfel der seinerzeit sieben führenden Industrienationen. Köhler organisiert den Weltwirtschaftsgipfel von München, als Deutschland 1992 Gastgeber der G-7 ist.

 

1993 scheidet Horst Köhler aus der Bundesregierung aus und wird Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Er setzt sich für ein modernes Bild der Sparkassenorganisation ein und sieht die besondere Verantwortung der Sparkassen für den Mittelstand und das soziale Klima in den Kommunen. 1998 bittet ihn Helmut Kohl, Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London zu werden.

Aufgabe der Bank ist es, Marktwirtschaft und Demokratie in den ehemaligen Ostblockstaaten aufzubauen. Köhler steuert die Geschäftspolitik der Bank auf die stärkere Unterstützung von mittelständischen Unternehmen um. Die Marktwirtschaft soll von unten aufgebaut werden.

 

Auf Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Horst Köhler im Jahr 2000 Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds IWF in Washington, D.C.. Köhler setzt sich zum Ziel, die Geschäftspolitik des IWF transparent zu machen und stärker auf Krisenprävention auszurichten. Deshalb verstärkt er die Zusammenarbeit des IWF mit der Weltbank unter James D. Wolfensohn. Köhler ist davon überzeugt, dass die dauerhafte Sicherung von Frieden und Stabilität mehr Einsatz und Erfolg bei der Bekämpfung der Armut verlangt. Dafür leitet er umfangreiche Reformen beim IWF ein.

 

Die Universität von Tübingen ernennt Köhler 2003 zum Honorarprofessor.

 

Am 4. Mai 2004 benennen CDU, CSU und FDP Horst Köhler zum gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Am 23. Mai wählt ihn die Bundesversammlung im ersten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit von 604 Stimmen zum neunten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Am 1. Juli 2004 legt Köhler vor den Mitgliedern von Bundestag und Bundesrat im Plenum des Deutschen Bundestages den Amtseid ab.

 

Horst Köhler, evangelisch, ist verheiratet mit Eva Luise Köhler. Sie haben zwei Kinder. Er ist seit 1981 Mitglied der CDU. Die Mitgliedschaft ruht während der Amtszeit als Bundespräsident.



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