14. Mai 2009

Kastanienallee in Schwalmtal-Waldniel: Vier Rosskastanien müssen gefällt werden

Kreis Viersen

Aus Verkehrssicherheitsgründen müssen vier Rosskastanien der Kastanienallee in Schwalmtal-Waldniel, die als Naturdenkmal geschützt sind, gefällt werden. Die Rosskastanien stehen zwischen der Ungerather Straße und der L 371 (Alte B 230). Die etwa 100 Jahre alten Bäume sind von zwei Pilzen befallen: Phytophthora cactorum, ein Erreger der in die Leitungsbahnen der Bäume eindringt, hatte diese soweit geschwächt, dass sie als Sekundärparasiten vom so genannten Hallimasch befallen werden konnten. Dieser Parasit greift lebende Bäume an Wurzeln und Verletzungen an der Stammbasis an und dringt in den äußeren Stammbereich ein. Bei den vier Rosskastanien erfolgte die Pilzinfektion vermutlich durch Wurzelberührungen oder Wurzelverwachsungen zwischen gesunden und infizierten Bäumen. Da der Pilz die Leitungsbahnen des Baumes irreparabel zerstört, wird er auch "Kambiumkiller" genannt. Der Hallimasch hat den Kambium- und Splintholzbereich der vier Rosskastanien zum Teil bereits zu etwa 80 Prozent zerstört. Der Pilz verursacht nach dem Absterben des Baumes eine intensive Weißfäule, die ins Stammholz voranschreitet und die Statik des Stammes und der Wurzeln beeinträchtigt.

Ein Gutachter bestätigte die Notwendigkeit der Fällungen. Gegenmaßnahmen zur Erhaltung des Naturdenkmals sind nicht möglich. Nachpflanzungen sind wegen des hohen Infektionsrisikos durch im Boden überdauernde Pilzsporen erst zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll. Die Bäume werden voraussichtlich in der Woche ab Montag, 18. Mai 2009, gefällt.

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