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Magdeburg, 22. Juni 2009
Ehrenvorsitzender des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde trug sich in das Goldene Buch ein
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing Dr. Joachim Bartels

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute im Alten Rathaus den Ehrenvorsitzenden des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. "Willibald Pirckheimer", Dr. Joachim Bartels, empfangen. Während seines Besuches trug sich der langjährige Vereinsvorsitzende in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein. Mit der Eintragung anlässlich seines 80. Geburtstages würdigte die Stadtverwaltung das langjährige ehrenamtliche Engagement von Dr. Joachim Bartels.

 

Der studierte Mediziner und Arzt für Innere Medizin gehörte 1994 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. "Willibald Pirckheimer" und war dessen langjähriger Vorsitzender. 2003 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. Mit seinem langjährigen Wirken hat Dr. Joachim Bartels einen großen Anteil an der Pflege der Buchkultur in Magdeburg. Er förderte das Sammeln und Erschließen von Büchern und Werken der graphischen Künste und gewann Vereinsmitglieder, die sich durch die gemeinsame Liebe zu Buch und Graphik verbunden fühlen und mit Tradition und Tendenzen  der modernen Kunst auseinandersetzen.

 

Einen Eindruck seines Wirkens vermittelt auch die Bibliographie des Vereins: Zum 500. Jahrestag der Einführung des Buchdruckes in Magdeburg veranlasste Dr. Joachim Bartels 1980 den Faksilimedruck der Schlussschrift der "Missale Magdeburgense" zur Würdigung des Magdeburger Erstdruckers Bartholomäus Ghotan. Zum 525. Jahrestag der Buchdruckeinführung in Magdeburg und aus Anlass des Stadtjubiläums "Magdeburg 12hundert" initiierte er den Faksimiledruck Bartholomäus Ghotan: Dyaloghus Vite et Mortis ("Zwiegespräch zwischen Leben und Tod"). Dr. Joachim Bartels hat damit das bis dahin unbekannte und erst zu diesem Zeitpunkt aufgefundene Original, das  sich in der Abteilung für seltene Drucke und Handschriften der Wissenschaftlichen Bibliothek der Staatlichen Lomonossow Universität Moskau befindet, der kunstinteressierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Die Arbeit des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde war in den vergangenen Jahren immer mit der Anregung, Aktivität oder Unterstützung von Dr. Joachim Bartels verbunden. Ein Beispiel dafür ist sein persönlicher Anteil an dem Ausstellungskomplex "Blätter zur Bibel 1949 – 1989". Die Exposition wurde 1999 im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, im Literaturhaus und in der Galerie Himmelreich gezeigt. Auch seine vielfältigen Kontakte zu Künstlern und Kultureinrichtungen förderten die Arbeit des Vereins der Bibliophilen und Graphikfreunde Magdeburg und Sachsen-Anhalt e.V. "Willibald Pirckheimer".

 

 

Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg

Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Es wurde unter Oberbürgermeister Hermann Beims eingerichtet. Die erste Eintragung erfolgte am 10. Mai 1931 durch die Mitglieder des Magistrats.

 

Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder die sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.

 

Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Weigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige und derzeitige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.

 

Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde und Prof. Reinhold Krampitz sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.

 

In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg (z.B. nach dem Gewinn der Champions League 2002), der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.

 

Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a.D. Roland Wambeck sowie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg.



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