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| Pressemitteilung vom 29. Juni 2009 |
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Forschungsprojekt „Römische Feldzüge“ aufgelegt Region Kassel/Wiesbaden. Im „Varus-Jahr 2009“ stehen naturgemäß die großen Ausstellungen in Haltern, Detmold und Kalkriese im Mittelpunkt des Interesses. Die Abteilung Archäologie und Paläontologie des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und der Landkreis Kassel denken allerdings bereits weiter. „Spätestens mit der Bestätigung eines über mehrere Jahrzehnte genutzten römischen Versorgungslagers bei Hedemünden an der Werra stellt sich die Frage, wie römische Feldzüge von Mainz aus nach Richtung Norden um Christi Geburt und danach organisiert wurden“, erläutert Dr. Vera Rupp, stellvertretende Landesarchäologin bei der Vorstellung eines neuen Forschungsprojekts in Kassel. Außerdem spiele sicherlich auch die Versorgung Hedemündens über die Weser eine wichtige Rolle. Im Landkreis Kassel habe man „einen natürlichen Partner“ für das Forschungsprojekt gewinnen können, so Dr. Rupp weiter, da Landrat Dr. Udo Schlitzberger seit vielen Jahren stärkere Impulse seitens der Landesdenkmalpflege bei der Erforschung der Geschichte der Chatten und der römischen Spuren zwischen Lahn und Weser einfordert. „Ich freue mich, dass es in nicht immer einfachen Gesprächen mit dem Chef der Landesarchäologie Prof. Dr. Egon Schallmayer und Frau Dr. Rupp gelungen ist, das Thema Nordhessen zur römischen Kaiserzeit und in den Jahrhunderten danach auf die Agenda zu setzen“, berichtet Landrat Dr. Schlitzberger. Er habe für den einen oder anderen Vorstoß in der Vergangenheit zur chattischen und römischen Geschichte der Region „einiges an Kritik ernten müssen“. Dr. Schlitzberger: „Mir ist es dabei stets darum gegangen, das Augenmerk auf noch offene archäologische Fragen zu richten – dazu gehört auch, Hypothesen zu formulieren und sie dann entweder zu beweisen oder zu verwerfen“. Dass sich nicht jede Vermutung bestätige, hätten die geophysikalischen Untersuchungen nach einer auch von römischen Legionen genutzten Furt im Kasseler Stadtteil Wolfsanger gezeigt. „Daraus allerdings den Schluss zu ziehen, dass man am besten gar nicht erst untersucht, ist falsch“, betont der Landrat. In der Archäologie sei es wie beim Zahnarzt – je genauer man nachschaue, desto mehr findet man, so Dr. Schlitzberger weiter. Bisher sei Nordhessen in weiten Teilen noch eine „terra incognita“ für die archäologische Forschung. Die derzeit vom Landkreis Kassel finanzierte Kulturlandschaftsgenese der Universität Mainz am Hohen Dörnberg habe erneut bestätigt, dass in der Region noch eine Reihe von spannenden archäologischen Entdeckungen zu machen sind. Dr. Rupp kündigt an, dass eine vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement für ganz Hessen vorgesehene Laserscan-Befliegung im Winter 2009/2010 in Nordhessen beginnen wird. „Wir sind zurzeit in Verhandlungen über einen Kooperationsvertrag, um so die Ergebnisse des Laserscanning für unsere Zwecke nutzen zu können“, so die stellvertretende Landesarchäologin. Diese Ergebnisse seien für die Archäologie von großem Interesse, da über die Erkenntnisse der klassischen Luftbildarchäologie hinaus, wichtige Hinweise gerade auch in bewaldeten Flächen auf Bodenanomalien aus den Scans herausgelesen werden können. Dr. Rupp: „Ein so entstehendes Anomalien-Kastaster kann man im Abgleich mit bekannten Fundstellen als Grundlage für tiefergehende Untersuchungen nutzen“. Es sei allerdings nicht vorhersagbar, ob und wo Spuren römischer Feldzüge in der Region zu finden sind. Archäologie sei immer auch ein Frage von Geduld und häufig spiele der glückliche Zufall eine entscheidende Rolle. „Mit dem Forschungsprojekt Römische Feldzüge legt die Landesarchäologie allerdings die Grundlage dafür, dass die Geschichte römischer Aktivitäten nördliche des Limes systematisch untersucht und erforscht wird“, ist sich Dr. Rupp sicher. Wann erste verwertbare Ergebnisse vorliegen, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhergesagt werden. „2000 Jahre nach den Rachefeldzügen des Germanicus, bei denen unter anderem auch der Hauptort der Chatten Mattium, der an der Eder vermutet wird, zerstört wurde, ist das Jahr 2015 sicher eine gute Gelegenheit für unsere Region die bis dahin bekannten Fakten auf den Tisch zu legen“, gibt Dr. Schlitzberger abschließend einen möglichen Endpunkt des Forschungsprojekt vor. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn |
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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
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