Kassenärztliche Vereinigung - OB Hilgen und Landrat Schmidt setzen sich für Bezirksstelle Kassel ein

07. Juli 2009. Nachdem Informationen über die mögliche Schließung der Bezirksstelle Kassel der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) und der Verlagerung ihrer Aufgaben nach Südhessen öffentlich geworden waren, haben Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Landrat Uwe Schmidt in einem gemeinsamen Schreiben an die Mitglieder der Vertreterversammlung der Kasselärztlichen Vereinigung Hessen um Unterstützung dafür gebeten, dass die Bezirksstelle Kassel erhalten bleibt. Auch der Kreistag hatte in seiner Sitzung am 3. Juli einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag beschlossen.

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung wird am 8. Juli über eine Empfehlung einer externen Unternehmensberatungsgesellschaft diskutieren, die unter anderem dazu führen könnte, dass die Bezirksstelle Kassel geschlossen und nach Südhessen verlagert wird. „Sofern sich die Vertreterversammlung gegen den Verbleib der Bezirksstelle Kassel entscheidet, droht der immer noch strukturschwachen Region Nordhessen ein weiteres Mal ein empfindlicher Verlust von Arbeitsplätzen und eine unnötige Belastung der Sozialkassen durch freigesetzte Mitarbeiter“, schreiben Hilgen und Schmidt. Dies werde vor allem Frauen und Teilzeitbeschäftigte sowie über 50-jährige Mitarbeiter treffen. Hilgen und Schmidt unterstreichen, dass ein solches Vorgehen unter strukturpolitischen Überlegungen nicht nachvollziehbar sei, da viele qualifizierte Arbeitsplätze in einer Region wegfallen würden, in der die Arbeitslosigkeit deutlich höher ist als in Südhessen.

„Aber auch unter fachlichen Aspekten sehen wir keinen überzeugenden Grund, die Abrechnung nach Frankfurt zu verlagern, weil die Bezirksstelle Kassel ausgesprochen wirtschaftlich arbeitet“, so Hilgen und Schmidt weiter. So sei es ihr bereits 2003 gelungen, ihren Verwaltungskostensatz auf unter ein Prozent zu senken. Diese Anstrengungen hätten nicht zuletzt der Konkurrenzfähigkeit und der Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region Nord- und Osthessen gedient. Die KVV-Bezirkstelle Kassel habe damit eindrucksvoll bewiesen, dass sich Dezentralität und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen. „Die wirtschaftlichste Verwaltungseinheit der Kassenärztlichen Vereinigung faktisch zu schließen, dürfte an sich nicht im Interesse Kassenärztlichen Vereinigung sein“, hoffen Oberbürgermeister und Landrat auf einen für Kassel und die Region positiven Beschluss der KVV-Vertreterversammlung.

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