29. Juli 2009

Weiterbildungskolleg (Abendgymnasium) des Kreises Viersen: Karriere auf dem zweiten Bildungsweg (mit Foto)

Kreis Viersen

Das Abendgymnasium des Kreises Viersen feiert im September sein 50-jähriges Bestehen. Mehr als 4.200 Studierende machten seitdem ihren Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg. Einer von ihnen ist Helmut Pasch. Der 46-Jährige ist heute Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Niederrhein. Zusätzlich ist er leitender Direktor des Instituts IWIST, einem freien wissenschaftlichen Institut für Wirtschaftsprüfung und Steuerrecht an der Hochschule. Damit ist Helmut Pasch ein Paradebeispiel für eine Karriere auf dem zweiten Bildungsweg. Auf dem ersten Bildungsweg hatte Pasch nach der Mittleren Reife die Handelsschule verlassen und bei der Finanzverwaltung eine Ausbildung zum Finanzbeamten begonnen. "Schon während der Ausbildung wurde mir klar, dass ich eigentlich gerne studieren möchte, doch dazu fehlte mir als wichtige Voraussetzung das Abitur", erinnert sich der Vater von zwei Kindern.

Doch aufgeben wollte er seinen Traum nicht und so meldete er sich auf dem Abendgymnasium an. Neben seiner Arbeit als Finanzbeamter lernte er für das Abitur, das er 1986 in Kempen machte. "Die Mitschüler waren alle engagiert bei der Sache, das Lernen hat Spaß gemacht, weil alle etwas erreichen wollten" schildert Pasch seine Erfahrungen. "Auch die Beziehungen zu den Lehrern waren viel kollegialer, einfach erwachsener. Man wurde als gleichberechtigte Partner behandelt, ohne dass dabei die Lehrer-Schüler-Situation vergessen wurde." Völlig neue Erfahrungen für den Abendschüler, die er von seiner vorherigen schulischen Laufbahn nicht kannte. "Damals gab es viele Mitschüler, die eigentlich keine Lust zum Lernen hatten", erinnert sich Pasch.

Einen weiteren positiven Aspekt des Abendgymnasiums sieht der Professor darin, dass alle Schüler bereits praktische Erfahrungen aus dem Berufsleben mitbrachten und das Erlernte gleich am Arbeitsplatz einbringen konnten. Nach dem Abitur am Abendgymnasium erfüllte sich Pasch seinen Traum: Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg. Weitere akademische Stationen waren unter anderem die Universitäten Marburg und Augsburg, wo er weitere wissenschaftliche Abschlüsse auf dem Weg zum Professor absolvierte.

"Nach dem Abitur ergaben sich völlig neue Berufsperspektiven. Zwar bin ich dem Steuerrecht und der Rechnungslegung treu geblieben, doch meine beruflichen Perspektiven hatten sich entscheidend verbessert. Ich bin sehr froh, dass ich damals den Schritt gewagt habe und kann nur allen raten, sich ihren persönlichen beruflichen Traum zu erfüllen. Der zweite Bildungsweg ermöglicht dabei noch einmal eine zweite Chance." Dass diese erfolgreich ist, kann Pasch zumindest für sich und seine damaligen Mitschüler belegen: "Ich habe heute noch viele Kontakte zu meinen damaligen Mitschülern. Einige haben damals den mittleren Abschluss oder die Fachhochschulreife absolviert, alle sind heute erfolgreich im Beruf."

Wer dem Beispiel von Helmut Pasch folgen und am Abendgymnasium studieren möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit vorweisen können. Arbeitslosigkeit, Wehr- und Zivildienst sowie die Führung eines Familienhaushaltes mit mindestens einer erziehungs- oder pflegebedürftigen Person werden angerechnet. Man muss weiterhin berufstätig oder von der Bundesagentur für Arbeit als arbeitssuchend anerkannt sein.

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Helmut Pasch

Karriere auf dem zweiten Bildungsweg: Helmut Pasch ist heute Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Niederrhein. Foto: Kreis Viersen - Abdruck honorarfrei
Helmut Pasch

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