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documenta-Stadt Kassel

Kassel vorn beim bundesweiter Modellversuch "Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme - Neue Mobilität in Städten“

10. August 2009. Der Projektantrag der Stadt Kassel für den bundesweiten Modellversuch "Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme - Neue Mobilität in Städten“ ist am Montag, 10. August, durch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Berlin als eines von 15 Projekten ausgezeichnet und als eines von neun Projekten zur Förderung vorgeschlagen worden.

Leihfahrradsysteme sind ein neues Verkehrsangebot, das seit etwa drei Jahren in deutschen und anderen westeuropäischen Städten angeboten wird und eine Ergänzung zum bisherigen Verkehrsangebot darstellt. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hatte dazu einen Modellversuch "Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme - Neue Mobilität in Städten" ausgeschrieben. In deutschen Städten und Gemeinden sollen bundesweit Radverkehrsprojekte gefördert werden, die einen klimafreundlichen und energieeffizienten Nahverkehr mittels innovativer öffentlicher Fahrradverleihsysteme initiieren und unterstützen. Kommunen waren aufgerufen, Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln, wie ein öffentliches Fahrradverleihsystem im Verbund mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV) aussehen könnte. Insgesamt gingen 44 Bewerbungen ein, 15 wurden prämiert und neun zur Förderung vorgeschlagen.

„Die Bereitstellung von 12,7 Millionen Euro durch das BMVBS für eine Laufzeit ab Herbst 2009 bis Ende 2012 stellt auch für Kassel die einmalige Möglichkeit dar, ein kostenoptimiertes Leihfahrradsystem einzuführen“, sagte Stadtbaurat Norbert Witte.

Das Kasseler Straßenverkehrsamt hatte Anfang 2009 eine Machbarkeitsstudie für ein Leihfahrradsystem in Kassel durchführen lassen. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel beauftragte mit Beschluss vom 8. Juni einstimmig den Magistrat, am Wettbewerb innovative Fahrradleihsystem teilzunehmen.

Ein Leihfahrradsystems für Kassel – Einführung im Frühjahr 2010 geplant

Die Stadt Kassel hat am 17. Juni fristgemäß eine Bewerbung eingereicht. Eckpunkte des Systems sind 500 Räder an 50 Standorten im Stadtgebiet. Ziel ist ein neues System, das voll in den ÖPNV-Tarif der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG (KVG) und des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) integriert ist und für den Betreiber deutlich günstiger und dennoch qualitativ hochwertiger ist als das relativ teure System call-a-bike der DB. Es soll ein kostendeckendes System sein. Optional besteht eine Erweiterung in die Region an Bahnhöfen gemeinsam mit dem NVV. Die Einführung des Systems ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen.

Wozu ein Leihfahrrad? Warum nicht das eigene Rad nutzen?

„Nach den Erkenntnisse der Verkehrsplanung gibt es faktisch viele Konstellationen in der täglichen Fahrradnutzung - beispielsweise durch nur schwer zugängliche Abstellmöglichkeiten im Mietshaus, unsichere Abstellplätze am Arbeitsplatz, die ein Leihfahrrad zu der besseren Alternative machen. Häufig ist auch die gesamte Wegekette - Wohnung, Arbeit, Einkauf, Freizeit, Wohnung - nicht durchgängig sinnvoll mit dem eigenen Rad zu erledigen", erläuterte der Leiter des Straßenverkehrsamtes, Gunnar Polzin.

Einsatzbereiche für Leihfahrräder

Für Kassel bieten sich nach seinen Worten vielfältige Nutzungen für ein öffentliches Leihfahrrad an: Als Ergänzung zu und Verknüpfung mit den öffentlichen Verkehrsmittel, zum Beispiel für Gebiete ohne Straßenbahnanschluss. Oder touristisch zwischen den kulturell bedeutsamen Standorten sowie zur Stadtbesichtigung in Verbindung mit der KasselCard, besonders während der documenta-Ausstellungen. Für Innenstadtbesucher und Pendler bietet sich das Leihfahrradsystem zur Erledigung kurzer Wege an, die fußläufig zu weit und mit dem ÖPNV und Auto zu kompliziert sind. Es befreit von Parkplatzproblemen und hilft dort, wo die ÖPNV-Verbindung nicht optimal ist. Auch für den Weg von der Haltestelle zum Arbeitsplatz als zusätzliches Angebot für Jahreskartennutzer und Inhaber eines Jobticket ist das System nutzbar.

Zahlreiche Projektpartner

Partner im Projekt sind die KVG, der NVV, die einfach mobil Carsharing GmbH (Partner von KVG und NVV, Anbieter von CarSharing in Kassel, Marburg und Gießen), die Firma Invers GmbH, Siegen (Hersteller von Software für Carsharing-Systeme) und die Ströer Out-of-home Media AG, Köln (internationaler Anbieter von Out-of-Home-Medien und Stadtmöblierung).



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