11. August 2009. Zu einem besonderen Ausstellungsrundgang mit Dr. Siegrid Schieber, Leiterin des Stadtarchivs, und Dr. Cornelia Dörr, Leiterin des Stadtmuseums, lädt das Stadtmuseum anlässlich seiner Sonderausstellung „Das Kasseler Rathaus“ am Mittwoch, 19. August, 18 Uhr, ein. Themen sind das historische Schicksal und Bestände des ehemals im Rathaus untergebrachten Stadtarchivs.
Was es bedeutet, wenn ein Stadtarchiv zerstört wird, hat jüngst erst die Katastrophe von Köln deutlich gemacht: Nicht mehr und nicht weniger als das tragische Ende einer jahrhundertealten Erinnerungskultur.
Vergleichbare Verluste hat auch das Kasseler Stadtarchiv zu beklagen, das bis zur Bombennacht vom 22. Oktober 1943 im Rathaus untergebracht war. Wenn auch die komplette Zerstörung des Gebäudes durch die Kasseler Feuerwehr glücklicherweise gemindert werden konnte, kam die Hilfe für weite Teile der Ausstattung und für das im Erdgeschoß neben der Schreinerei gelegene Stadtarchiv leider zu spät. Um so kostbarer sind erhalten gebliebenen Dokumente zur Stadtgeschichte Kassels und den Geschicken ihrer Bürger, von denen derzeit viele beispielhaft in der Rathaus-Sonderaustellung des Stadtmuseums bewundert werden können. Der Ausstellungsrundgang gibt Gelegenheit, sich nicht nur mit dem verschmorten „Bürgerbuch“ von 1520 und dem ab Rathauseröffnung 1909 geführten „Goldenen Buch“, sondern auch einmal mit den verschiedensten Sparten der bis heute wichtigsten Archivbestände zur Stadtgeschichte - Urkunden, Siegel, Inschriften, Akten, Rechnungen, Pläne und Fotografien - bekannt zu machen.
Die Führung ist kostenlos, lediglich der Eintritt ins Museum muss entrichtet werden.
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Rathaus
„Das Kasseler Bürgerbuch“. Darin wurden von 1520 bis 1699 die neu in die Stadt aufgenommenen Bürger eingeschrieben und der „Bürgereid“ vermerkt. Verschmort 1943, Foto Stadtarchiv Kassel - Das Kasseler Rathaus in Trümmern, 1943. Erhalten blieben die später abgerissenen Giebel. Foto: Stadtarchiv Kassel.
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