12. August 2009.
Mehr als 18 Jahre war Volkhardt Strutwolf Leiter des städtischen Jugendamtes – jetzt geht er in den verdienten Ruhestand. Als einen "sehr engagierten und kompetenten Amtsleiter, der in seiner Arbeit viele neue Akzente gesetzt hat", würdigten ihn Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Stadträtin Anne Janz. Jetzt gehe eine Ära im Jugendamt zu Ende, die in vieler Hinsicht von der Persönlichkeit und dem Erfahrungsschatz des Amtsleiters Strutwolf geprägt worden sei. Für den neuen Lebensabschnitt wünschten sie Volkhardt Strutwolf „die gleiche Kreativität und den Gestaltungswillen, die ihn bei der Arbeit immer ausgezeichnet haben“.
Als junger Sozialarbeiter begann Volkhardt Strutwolf 1970 seine städtische Karriere. Sieben Jahre lang arbeitete er in einem Jugendzentrum mit Randgruppenjugendlichen. „Dinge sind gestaltbar, man muss sich nur Gedanken machen und sich rantrauen“, so erklärte Strutwolf seine Arbeitsphilosophie. 1977 wechselte Strutwolf dann in die Verwaltung des Jugendamtes, wo er zunächst für Fragen der Jugendarbeitslosigkeit und Grundsatzfragen zuständig war. In dieser Funktion war er maßgeblich beteiligt an der Gründung eines kommunalen Jugendbildungswerkes, dessen er Leiter er schließlich wurde. Besonders die beruflichen Perspektiven für jugendliche Arbeitslose lagen ihm am Herzen. So war er zunächst 1983 an der Gründung der JAFKA und 1984 mit beteiligt an der Einrichtung einer außerbetrieblichen Ausbildungswerkstatt mit 70 Ausbildungsplätzen in unterschiedlichen Berufszweigen.
1991 trat Volkhardt Strutwolf die Arbeit als neuer Jugendamtsleiter an. Eine Umstellung am Anfang sei es für ihn gewesen, kurzfristige Entscheidungen zu treffen, erklärte er rückblickend. So war er es gewohnt gewesen, eine Entwicklung erst so lange zu diskutieren, bis ein Konsens erzielt wurde. „In der Leitung des Jugendamtes müssen insbesondere bei den Hilfen zur Erziehung häufig schnelle Orientierungen erfolgen“, sagte er.
Maßgebliche Entscheidungen, die Strutwolf in seiner Zeit als Leiter des Jugendamtes – immer wieder auch unter erschwerten finanziellen Voraussetzungen - angeregt und mitgetroffen hat, waren unter anderem ein Konzept für Familienzentren, ein Qualitätshandbuch für Kindertagesstätten, verbesserte Arbeitsbedingungen für Kita-MitarbeiterInnen oder neue ambulante und teilstationäre erzieherische Hilfen. In seiner Amtszeit wurde die Anzahl von Betreuungsplätzen in den Kasseler Kindertagsstätten von 4.000 auf heute rund 8.000 verdoppelt. Maßgeblich auf seine Initiative erfolgte die Neuorientierung der Kasseler Jugendhilfe unter sozialräumlichen Gesichtspunkten.
Nachfolgerin von Volkhardt Strutwolf, der in seinem Ruhestand jetzt verstärkt gemeinsamen Interessen mit seiner Ehefrau und Freunden nachgehen möchte sowie weiterhin aktiv im Förderverein „Wir für Rothenditmold“ mitwirken will, wird Diplom-Sozialwirtin Judith Osterbrink, die im Herbst bei der Stadt Kassel ihren Dienst antreten wird.
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