Magdeburg wird "Energieeffiziente Stadt“
Siegerstadt im Bundeswettbewerb
Magdeburg.
Im Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt ganz vorn dabei! Mit dem Projekt „Magdeburg: EnergieEffiziente Stadt – Modellstadt für Erneuerbare Energien – MD-E4“ wurde sie jüngst als eine von 15 Siegerstädten und –regionen gekürt– bei 72 Wettbewerbern! Rund 200 T€ Fördermittel fließen nun für die weitere Qualifizierung des Konzeptes.
Im April 2008 hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt“ ausgelobt. Ziel dieses Wettbewerbes ist es, Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, die einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 % bis zum Jahre 2020 ermöglichen. In der ersten Phase des Wettbewerbs mussten die teilnehmenden Städte zunächst eine Projektskizze einreichen.
"Magdeburg ist bereits seit 1993 Mitglied im Klimabündnis der europäischen Städte zum Erhalt der Erdatmosphäre. Klimaschutz hat für Kommunalpolitik seitdem einen hohen Stellenwert", erläutert Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Insofern ist die Weiterentwicklung Magdeburgs zu einer Modellstadt für erneuerbare Energien und zur energieeffizienten Stadt eine konsequente Fortsetzung unserer Anstrengungen zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der natürlichen Lebensräume."
Die Landeshauptstadt hat ihre Klimaschutz-Aktivitäten in den letzten Jahren forciert und erweitert: Bereits seit 1999 gibt es für Schulen unter dem Motto "Fifty-Fifty" ein Energiesparprojekt, das das städtische Umweltamt gemeinsam mit den Städtischen Werken Magdeburg betreut. Fast 175.000 € Energiekosten konnten seitdem durch Verhaltensänderungen der Schüler eingespart werden.
2006 fasste der Stadtrat den Beschluss, dass Magdeburg sich zu einer Modellstadt erneuerbarer Energien entwickeln soll. Mit der Bereitstellung kommunaler Gebäude in der Dachbörse der Bundeskampagne "SolarLokal" und der Umrüstung der städtischen Fahrzeugflotte auf umweltfreundliche Motoren geht die Stadt mit gutem Beispiel voran.
"Die Teilnahme am Bundeswettbewerb 'Energieeffiziente Stadt' setzt diese Strategie fort und markiert zugleich eine neue Qualität", so OB Dr. Lutz Trümper. "Durch die Kooperation mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden die Initiativen zum Schutz der Umwelt auf eine breite Grundlage gestellt und besser vernetzt."
Für den Bundeswettbewerb entwickelte die Landeshauptstadt unter Federführung der GWM - Gesellschaft für Wirtschaftsservice Magdeburg mbH - gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft einen tragfähigen Entwurf für eine energieeffiziente Stadt. "Dieses Ressourcen übergreifende Zusammengehen hat die Experten im Bundesministerium überzeugt und war die Grundlage unseres Erfolges", schätzt der Geschäftsführer der GWM, Ralph Tyszkiewicz ein.
Aus 72 eingereichten Bewerbungen erhielt die Landeshauptstadt Magdeburg als eine von 15 Städten den Zuschlag für die Weiterentwicklung ihrer Vorschläge. Somit fließen in den kommenden zwölf Monaten 200 T€ Bundesmittel nach Magdeburg. Sie werden eingesetzt, um die rund 20 verschiedenen Projektideen auf ihre Umsetzbarkeit und die für die Realisierung notwendigen Voraussetzungen zu untersuchen. Zu den Ideen für mehr Energieeffizienz, die nun vertieft werden, gehören u.a.:
- die Detailanalyse der Energieeffizienz und Erstellung eines Energie-Geoinformationssystems (HS Magdeburg-Stendal)
- Logistik-Maßnahmen zur Energieeffizienz und energieeffizienz-technische sowie umweltpsychologische Forschung (Otto-von-Guericke-Universität)
- Untersuchungen zur Kombination verschiedener Energieträger zur Wärme- und Stromversorgung (Max-Planck-Institut)
- Untersuchungen zur Umstellung bzw. Nachrüstung von Technik mit regenerativen Energien in bestehende und vertraglich gebundene Heizwerke (GETEC AG)
- Planungen zur Zwischenspeicherung von Bremsenergie bei Straßenbahnen (MVB)
- Vorplanung und Untersuchung von möglichen Stoffströmen und Energiebilanzen für feste mineralische Abfälle in Magdeburg (Büro Bergbau-Geologie-Umwelt (BBGU)
- Konzeptstudie für ein Kombi-Forschungskraftwerk (SWM)
- Entwicklung einer Kartierungsrichtlinie für Photovoltaik-Potentiale (ITG Planungs- und Energieberatung GmbH)
„Neben dem Einsatz regenerativer Energien müssen künftig auch die Verbrauchsstrukturen in viel stärkerem Maße energieeffizient gestaltet werden, wenn wir den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 % reduzieren wollen", so Prof. Hartmut Zadek, Leiter des Lehrstuhls für Logistik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. "Dafür müssen z.B. für den innerstädtischen Verkehr nachhaltige Logistiklösungen implementiert und von den Nutzern akzeptiert werden.“
„Bürger, Unternehmen und Verwaltung brauchen in Zeiten des Klimawandels zudem Informationen über ihre Energieversorgung und ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten, um im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitwirken zu können", ergänzt Prof. Manfred Voigt von der Hochschule Magdeburg-Stendal. "Unser Forschungsprojekt über Möglichkeiten der energetischen Sanierung im Gebäudebestand und über Potentiale für die Planung von Anlagen für erneuerbare Energien mit einem Geoinformationssystem (EnerGIS) soll dafür eine Basis bieten.“
Mit der Prämie aus der ersten Wettbewerbsphase werden die Partner in den kommenden Monaten ihre Projektideen präzisieren und Umsetzungskonzepte entwickeln. Magdeburg steht dabei im Wettbewerb mit den anderen 14 Siegerstädten. In der zweiten Wettbewerbsphase erhalten bis zu 5 Städte die Chance, ihre Konzepte praktisch umzusetzen und dabei jährlich von weiteren Fördermitteln des Bundes zu profitieren. „Damit liegt eine anspruchsvolle und arbeitsintensive Aufgabe vor uns", schätzt Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz ein. "Aber selbst wenn wir am Ende nicht zu den Siegern gehören, werden die erarbeiteten Ideen und Konzepte auf jeden Fall genutzt, um notwendige Prozesse und Aktivitäten zu unterstützen und fortzuführen.“
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