Bocholt, 16. September 2009
Bocholt zieht an: Zentralitätskennziffer bei 124,1
Stabilisierung auf relativ hohem Niveau
Bocholt (pd).
Bocholt ist als Einkaufsstadt weiterhin eine Reise wert. So sehen es nicht nur die Verantwortlichen beim Stadtmarketing und beim Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Bocholt. So sehen es auch die Kunden und Besucher, die nach Bocholt zum Einkaufen kommen. Fakten belegen das: Die so genannte Zentralitätskennziffer, ein Maßstab für die Magnetwirkung einer Stadt auf auswärtige Kunden, hat sich auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisiert.
Dieses zeigen die neuesten Zahlen der renommierten Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus Nürnberg, die von der IHK Nordwestfalen zusammengestellt wurden und sich auf Erhebungen im Jahr 2008 stützen. Die GfK stellt einmal jährlich für viele deutsche Städte Kennziffern bzw. Vergleichszahlen über Umsätze und Kaufgewohnheiten der Kunden in den einzelnen Groß- und Mittelstädten auf.
Die wichtigste Kennzahl hat sich für Bocholt auf relativ hohem Niveau stabilisiert: Bei 124,1 liegt der Wert für die Zentralität der Einkaufsstadt Bocholt, nach 124,8 im Jahr davor.
Die Kennziffer ist ein Gradmesser für Umfang und Intensität der vom Einzelhandel ausgehenden Anziehungskraft auf nicht ortsansässige Konsumenten. Zur Erläuterung: Die Einzelhandelszentralität ergibt sich aus dem Verhältnis von Kaufkraftbindung in der Stadt und dem Kaufkraftzufluss von außerhalb – bei einer Zentralität größer 100 gilt, dass die Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland die Abflüsse aus dem Stadtgebiet übersteigen.
In den Jahren 2001 und 2003 lag diese Zahl für Bocholt noch bei über 145, seinerzeit bedingt durch den Sog bzw. Einkaufsboom, den die damals neuen Einkaufszentren Shopping Arkaden und Neutor-Platz ausgelöst hatten. Nun hat sich die Kennziffer bei über 124 eingependelt, im Vergleich zu den konkurrierenden Städten im Umland vor allem deshalb ein guter Wert, weil diese mit teilweise erheblichen Rückgängen zu kämpfen haben.
Der gesamte Einzelhandelsumsatz liegt in Bocholt mit 445,3 Mio Euro ebenfalls stabil auf hohem Niveau und übersteigt die Umsatzgrößen der Nachbarstädte trotz Rückgang (zuvor 481,1 Mio. Euro) bei weitem. Hier wird die Stellung Bocholts als die Einkaufsstadt im westlichen Münsterland und am unteren Niederrhein auch anhand von Zahlen sehr deutlich. "Allerdings sind auch die anderen Städte bei ihren Werbeanstrengungen und Stadtmarketing-Überlegungen sehr aktiv – wir müssen also am Ball bleiben und immer neue Ideen entwickeln sowie Trends aufgreifen", mahnt Stadtmarketing Geschäftsführer Ludger Dieckhues.
Bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraftkennziffer liegt Bocholt mit einem Wert von 100,5 im oberen Drittel. Nachbar- und Vergleichsstädte haben hier schwächere Werte aufzuweisen. Diese Kennziffer ist ein Einkommensindikator, der die Konsumfähigkeit der ortsansässigen Bevölkerung bzw. das Nachfragepotenzial widerspiegelt, wobei hier nur die einzelhandelsrelevante Kaufkraft verzeichnet ist. Die Bereiche "Sparen" und Versicherungsausgaben werden ausgeklammert.
"Unter Wirtschaftsförderungsgesichtspunkten gilt es, die hohe Kaufkraft in Bocholt zu erhalten, also auch Arbeitsplätze zu erhalten, zu sichern und zu schaffen. Dieses ist trotz mancher Hiobsbotschaft in den letzten Wochen und Monaten dringend geboten, denn nur wo dauerhaft und profitabel produziert wird, kann auch nachhaltig konsumiert werden", weiß Bocholts Wirtschaftsförderer Klaus Kaiser.
Rückfragen: Ludger Dieckhues, Stadtmarketing Bocholt, +49 2871 22 73 20, E-Mail: stadtmarketing@mail.bocholt.de und Klaus Kaiser, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, + 49 2871 953-323, E-Mail: klaus.kaiser@mail.bocholt.de