24. September 2009. Mit Hilfe von Akten aus dem Kasseler Stadtarchiv lernen Studierende der Archivschule Marburg jetzt, wie Archivare Archivgut verzeichnen und Findbücher herstellen. Zum ersten Mal findet eine solche Kooperation zwischen dem Stadtarchiv und der Archivschule statt.
Vorteile des Kooperationsprojekts sehen die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Sigrid Schieber und Dr. Alexandra Lutz, Dozentin an der Archivschule, für beide Partner: „Einerseits wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben, Praxiserfahrungen zu sammeln, andererseits kommt die Zusammenarbeit auch der Stadt Kassel zu Gute“ erläutert Dr. Sigrid Schieber. „Denn die Studierenden werden den Bestand „Haus der Jugend / Willi-Seidel-Haus“ verzeichnen, der bislang noch nicht benutzbar war.“
Archivgut zu verzeichnen oder zu erschließen ist eine der zentralen Aufgaben für Archivarinnen und Archivare. Denn unverzeichnetes Archivgut kann nicht benutzt werden – schließlich müssen die Archivbenutzer zunächst wissen, was da ist, bevor sie Material zur Ansicht in den Lesesaal des Stadtarchivs bestellen können.
Der Bestand „Haus der Jugend“ enthält Material zur Jugendarbeit in Kassel von 1945 bis in die 1990er Jahre. Für die Verzeichnungsübung wurde der Bestand - insgesamt 12 Regalmeter Akten, Broschüren und Plakate – von Kassel nach Marburg transportiert. Im April nächsten Jahres wird er fertig erfasst sein und in Archivkartons umgepackt nach Kassel zurückkehren. Als Ergebnis der Arbeit der Studierenden wird es ein Findbuch geben – zum einen ausgedruckt im Lesesaal des Stadtarchivs, zum anderen aber auch online auf der Seite der Archivschule (www.archivschule.de).
„Damit wird der Bestand „Haus der Jugend“ der erste Bestand des Kasseler Stadtarchivs sein, in dem Benutzer im Internet recherchieren können“, so Stadtarchivarin Dr. Sigrid Schieber.
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