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| Pressemitteilung vom 05. Oktober 2009 |
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278.000 Euro für Klostermuseum Burghasungen Zierenberg. „Das ist das wichtigste Projekt im Rahmen der Dorferneuerung in Burghasungen“, stellt Landrat Uwe Schmidt bei einem Besuch im Zierenberger Stadtteil fest. Mit im Gepäck hatte Schmidt einen „stattlichen Zuschussbetrag“. Knapp 278.000 Euro erhält die Stadt Zierenberg aus dem Dorferneuerungsprogramm – die Gesamtinvestitionskosten für das neue Museum belaufen sich auf rund 373.000 Euro. „Mit dem neuen Klostermuseum erhält Burghasungen endlich eine zur Bedeutung der Geschichte des Klosters und des Klosterberges passende Anlaufstelle, die weit über die Region Kassel hinaus wirken wird“, ist sich der Landrat über die Bedeutung des zukünftigen Museums sicher. Befürchtungen, dass sich durch die große Fördersumme für das Klostermuseum negative Auswirkungen für andere Projekte der Dorferneuerung in Burghasungen ergeben, tritt Schmidt entgegen: „Alle mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung vereinbarten Projekte werden auch realisiert“. Dem Geldsegen für Burghasungen waren umfangreiche Vorplanungen vorausgegangen. Zuerst war durch eine Machbarkeitsstudie geklärt worden, ob ein Klostermuseum für Burghasungen sinnvoll ist. Danach hatte sich die Suche nach einem Trägerverein angeschlossen, die mit der Bildung des Vereins Klostermuseum Burghasungen e.V. abgeschlossen ist. „Das von der Stadt Zierenberg in Kooperation mit dem Trägerverein, dem Hessischen Museumsverband und dem Regionalmuseum Wolfhager Land in Auftrag gegebene Ausstellungskonzept steht kurz vor der Fertigstellung“, berichtet Landrat Schmidt. Das Klostermuseum wird in einem ehemaligen Ladengebäude, das zum Teil auch als Feuerwehrgarage genutzt wurde, untergebracht. Der ehemalige Schlauchturm wird abgebrochen. Für das Museum wird ein länglicher Saal im jetzigen Erdgeschoss konzipiert. Für diesen Hauptausstellungsraum wird die Raumhöhe erhöht. Außerdem wird der Baukörper über den bisherigen Grundriss hinaus nach Westen in Richtung zum Dorfplatz verlängert. „Die architektonische Idee ist, dass der Innenraum des Klostermuseums durch eine raumhohe Verglasung im Westen auf den Dorfplatz hinausfließt“, informiert Landrat Schmidt. Von außen soll der neue Bau „einen romanischen Eindruck“ durch vertikale Glaselemente erhalten. Neben dem Hauptausstellungsraum werden im barrierefrei konzipierten Klostermuseum noch ein Obergeschoss mit weiterer Ausstellungsfläche, eine Teeküche, eine behindertengerechte Toilette sowie Lager- und Technikräume untergebracht. Mit dem Bau des Museums soll noch in diesem Jahr begonnen werden – die Fertigstellung ist für das Jahr 2010 geplant. Die Dorferneuerung in Burghasungen läuft noch bis zum Jahr 2014. Hintergrund: Das Kloster Hasungen gehört zu den wichtigen nationalen Erinnerungsorten zur Geschichte des 11. Jahrhunderts. Auf dem Burghasunger Berg ließ der Mainzer Erzbischof Aribo im Jahr 1021 über dem Grab des Heiligen Heimerad ein Kloster errichten, 1074 wurde durch Erzbischof Siegfried von Mainz dort eine Stiftskirche geweiht. Der Mönch Heimerad pilgerte durch Deutschland und Italien bis nach Jerusalem. Beim ersten Anblick des Burghasunger Bergs hatte er eine Vision. Hier konnte der in das Innere des Himmels blicken. Er ließ sich dort als Einsiedler nieder und half Armen und Kranken. Die Wallfahrten zu seinem Grab erlebten in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts ihren Höhepunkt, als Burghasungen neben dem Sebaldusgrab in Nürnberg zu den meistbesuchten deutschen Wallfahrtsorten gehörte. Kaiser Heinrich IV. belagerte den auf dem Hasunger Berg verschanzten Graf von Northeim und durch Lampert von Hersfeld, einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters, der 1076 Abt in Burghasungen wurde, nahm das Kloster als Eigenkloster der Erzbischöfe von Mainz eine wichtige Rolle im Investiturstreit ein. Nach Lamperts Tod 1085 verlor das Kloster seinen Einfluss – aufgehoben wurde es allerdings erst 1526 mit Einführung der Reformation in Hessen. Im 30-jährigen Krieg wurde die Anlage teilweise zerstört – in der Folge verfiel das Kloster immer weiter. Der letzte Turm fiel 1896 einem Blitzschlag zum Opfer. Die Klosterreste wurden über die Jahrhunderte als „Steinbruch“ genutzt (u.a. für den Bau von Schloss Wilhelmsthal bei Calden und die Burghasunger Kirche). Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: Klostermuseum Burghasungen Auf dem Foto freut sich der Arbeitskreis Dorferneuerung mit Landrat Uwe Schmidt und Bürgermeister Stefan Denn über die Fördersumme.
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LANDKREIS KASSEL
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Harald Kühlborn
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