15. Oktober 2009. Bei der spektakulären Ausstellung „Mumien - Körper für die Ewigkeit“ vom 17. November 2009 bis 18. April 2010 kooperieren mit dem Naturkundemuseum und dem Museum für Sepulkralkultur in Kassel erstmals zwei Einrichtungen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. An den beiden Ausstellungsorten werden daher auch inhaltlich unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt:
Das Naturkundemuseum thematisiert naturwissenschaftliche Hintergründe für die natürliche und zufällige Mumifizierung von Lebewesen sowie für die beabsichtigte Erhaltung menschlicher Körper in verschiedenen Zeiten. Gezeigt werden Mumien aus dem alten Ägypten, aus Asien und Südamerika sowie deren Grabbeigaben. Herausragend sind zwei ägyptische Mumien aus dem 6./5. Jh. v. Chr. sowie eine indianische Frauen-Mumie mit an sie geschmiegten mumifizierten Kleinkindern aus der Zeit um 1200 n. Chr.
Ein weiteres Highlight sind sechs Fötenmumien aus dem 18. Jh. aus der Sammlung des Naturkundemuseums, die jüngst untersucht wurden. Ergänzt wird die Ausstellung im Naturkundemuseum durch Medienstationen mit computertomografischen Aufnahmen, die Einblicke in die einstigen Lebensumstände der Verstorbenen, aber auch in unterschiedliche Mumifizierungstechniken geben.
Das Museum für Sepulkralkultur legt seinen Schwerpunkt auf die kulturhistorische Bedeutung von Mumien. Beleuchtet wird ihr Stellenwert im Kontext altägyptischer Jenseitsvorstellungen, vor allem aber in Bezug auf das europäische Totenbrauchtum. Gezeigt werden deshalb nicht nur verschiedene Ägyptiaca - zum Beispiel eine ägyptische Frauenmumie als Geschenk des dänischen Königs 1781 an die Göttinger Universität -, sondern auch Mumien aus bekannten europäischen Kirchen- und Klostergrüften. Ihnen gegenübergestellt ist eine natürlich konservierte Tote aus dem Moor, die aus dem 2./3. Jh. n. Chr. stammende sogenannte Frau von Zweelo.
Die Ausstellung verweist außerdem auf heutige Möglichkeiten, den toten Körper zu erhalten - zum Beispiel mittels Kryonik und Plastination - und berücksichtigt kunstgeschichtliche Motive, um einstige Vorstellungen vom ewigen Lebenserhalt oder vom Jungbleiben aufzuzeigen (Der Jungbrunnen etc.). Beispiele zur künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema 'Mumien' runden die Ausstellung ab.
Die Gründe für die Realisierung der Ausstellung im Naturkundemuseum und im Museum für Sepulkralkultur bestehen in der Historie, der Sammlung oder auch der Themenstellung beider Häuser. In dem vor über 400 Jahren errichteten Gebäude des heutigen Naturkundemuseums, das Ottoneum, war im frühen 18. Jh. eine Lehranstalt - das Collegium Carolinum - untergebracht, in der Ärzte und Hebammen ausgebildet wurden. Aus jener Zeit stammen auch die genannten Fötenmumien. Das Ottoneum stellt somit aufgrund seiner Historie einen authentischen Ort für das Zeigen von Mumien dar. Demgegenüber bildet das Museum für Sepulkralkultur einen inhaltlich geeigneten Hintergrund für eine kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Mumien", da es sich allen kulturellen Erscheinungen im Zusammenhang mit Sterben, Tod, Bestattung und Gedenken widmet.
Die Ausstellung basiert auf der 2008 gezeigten Sonderschau „Mumien - Der Traum vom Ewigen Leben" der ReissEngelhorn-Museen in Mannheim. An den beiden Kasseler Ausstellungsstandorten ist sie um verschiedene Fragestellungen und Aspekte erweitert. Dank der großzügigen Unterstützung durch das Kasseler Unternehmen K+S Aktiengesellschaft konnte die Ausstellung realisiert werden.
Begleitbuch für die Ausstellung „Mumien - Körper für die Ewigkeit“ ist in den Museumsshops von Naturkundemuseum und Museum für Sepulkralkultur ab sofort bis Ende der Ausstellung zum Sonderpreis von 24,90 Euro erhältlich. Der Bild- und Textband von 378 Seiten mit über 350 Abbildungen behandelt das Thema „Mumien" erschöpfend. Herausgegeben wurde der Band 2007 von den Engelhorn-Reiss-Museen anlässlich der ersten Mumienausstellung in Mannheim.
Aktuelles zur Ausstellung unter http://mumien-sonderausstellung-kassel.blogspot.com/
(4040 Zeichen)
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel
Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail: presse@stadt-kassel.de
Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp
Kassel und die Region im Internet:www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de
Die Pressestelle documenta-Stadt Kassel ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.