23. Oktober 2009

Niederrheinisches Freilichtmuseum in Grefrath: Sonderausstellung "Die Zeit an Goldener Kette" zeigt historische Taschenuhren

Kreis Viersen

Rund 50 historische Taschenuhren werden in der Sonderausstellung "Die Zeit an goldener Kette" im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath gezeigt. "Die Uhren stammen alle aus Privatbesitz", bedankt sich Dr. Katharina Hüsers-Döhmen, stellvertretende Leiterin des Freilichtmuseums, bei den Familien, die ihre privaten Schätze für die Sonderausstellung zur Verfügung gestellt haben. Die Ausstellung ist ab Sonntag, 1. November 2009, im Niederrheinischen Freilichtmuseum zu sehen.

Nicht nur die Uhren aus dem Familienbesitz werden in der Ausstellung gezeigt: Historische Fotografien, Geschichten und Accessoires sorgen dafür, dass die Besucher auch etwas über das Leben der ursprünglichen Besitzer erfahren. "Die Uhren stammen fast alle aus der Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts", berichtet Hüsers-Döhmen. Nur zwei bauchige Spindeluhren sind deutlich älter. Sie stammen aus dem Jahr 1800.

Taschenuhren galten Ende des 19. Jahrhunderts als Statussymbol und unverzichtbares Accessoire der Festtagskleidung. "Die Goldene Taschenuhr wurde aber nicht nur an Festtagen von den Herren getragen, auch die Damen trugen an langer dünner Kette eine kleine, meist reich verzierte Taschenuhr", so Hüsers-Döhmen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die goldenen Taschenuhren noch mit viel Aufwand als wertvolles Familienerbe versteckt und durch Kontrollen oder über Grenzen geschmuggelt. "Dazu haben wir eine spannende Geschichte zu einer Taschenuhr gefunden: Diese war mehr als 30 Jahre unter dem Keller einer Familie in einem Sommerhaus an der Elbe vergraben und wurde später unter abenteuerlichen Bedingungen aus der DDR nach Westdeutschland geschmuggelt", erzählt die stellvertretende Museumsleiterin. Nach dem Krieg verloren die Taschenuhren dann an Bedeutung, viele Uhrmachermeister verbrachten die Zeit damit, ehemalige Taschenuhren zu Armbanduhren umzuarbeiten.

Taschenuhren sind ein Teil der Geschichte. "Sie sind Zeitzeugen einer bestimmten Epoche in der Uhrenfabrikation aber auch Zeitzeugen, weil sie häufig das einzige Objekt sind, dass die Familien an den ehemaligen Besitzer erinnert", so Hüsers-Döhmen. "Daher war es uns auch wichtig, Lebensdaten oder Fotografien der ursprünglichen Besitzer mit auszustellen und so ein Stück Geschichte und ein Gedenken an unsere Vorfahren lebendig werden zu lassen."

Die Ausstellung ist von Sonntag, 1. November, bis Sonntag, 22. November 2009, im Niederrheinischen Freilichtmuseum, An der Dorenburg 28, in Grefrath zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Am Sonntag, 8. November, beantworten die Uhrmachermeister Winfried Bellin und Heinrich Stevens aus Willich von 11 bis 15 Uhr alle Fragen rund um Taschenuhren und bewerten auch mitgebrachte Exemplare. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 02158-91730.

www.kreis-viersen.de

Hinweis an die Redaktionen: Zur Ausstellungsbesichtigung mit den Leihgebern der Taschenuhren laden wir Sie bereits am Donnerstag, 29. Oktober 2009, um 11 Uhr, herzlich ins Niederrheinische Freilichtmuseum, An der Dorenburg 28, in Grefrath ein.

Herausgeber:

Kreis Viersen - Der Landrat
Kaspar Müller-Bringmann
Pressesprecher
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