Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 28. Oktober 2009

Pendlersaldo: Bocholt auf Platz 2 hinter Münster

Zentrale Stellung im Westmünsterland - IHK Nordwestfalen untersucht Pendlerströme

Bocholt (pd).

"Beleg für die zentrale Stellung Bocholts im Westmünsterland ist der höchste Pendlersaldo (4.300)" schreibt die IHK Nordwestfalen über die Stadt Bocholt in der Studie zur Entwicklung der Pendlerströme in Nordwestfalen, die jetzt veröffentlicht wurde.

Neben dem Oberzentrum Münster gibt es laut IHK einige wenige Mittelzentren, die ebenfalls eine wichtige Stellung auf dem regionalen Arbeitsmarkt einnehmen. Recklinghausen, Bottrop, Bocholt, Marl und Rheine beschäftigen mehr als 20.000 Menschen. Davon hätten aber lediglich Bocholt, Marl und Rheine einen positiven Pendlersaldo. Davon spricht man, wenn die Zahl derjenigen, die zur Arbeit in die Stadt kommen (Einpendler) die Zahl derjenigen, die zur Arbeit die Stadt verlassen, übersteigt. In Bocholt gab es im Jahre 2008 12.003 Einpendler und 7.704 Auspendler, das entspricht einem Pendlersaldo von  4.299. Münster nimmt als Oberzentrum eine Ausnahmestellung ein und verfügt über einen Pendlersaldo von 46.537. Bocholt nimmt im Vergleich der Mittelzentren die Spitzenstellung ein.

Den höchsten Einpendlerüberschuss hatte Bocholt vor der Restrukturierung von Siemens und anderen größeren Unternehmen im Jahre 2001 mit 7.300. Im Jahr 2008 kamen 12.003 Beschäftigte täglich von außerhalb zur Arbeitsstätte in Bocholt. Ähnlich hohe Einpendlerzahlen gab es vom Ausnahmejahr 2001 abgesehen dann nur noch einmal im Jahr 2002 mit knapp unter 12.000 Einpendlern.

Den Hauptanteil der Einpendler nach Bocholt stellen Rhede (über 5.000), Isselburg, Borken und Hamminkeln (jeweils zwischen 2001 und 5.000). Die Zahl derjenigen, die in Bocholt wohnen und arbeiten, das sind die so genannten Nichtpendler, lag in 2008 bei 16.694. "Die Zahl der Nichtpendler, die nach längerem Rückgang jetzt wieder ein wenig angestiegen ist", berichtet Klaus Kaiser, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, "lässt Rückschlüsse darauf zu, wie stark der 'Klebeeffekt' von Wohnraumschaffung, persönlicher Ortsbindung und lokalen Arbeitsplätzen gewesen ist." Bei der so genannten "Tagbevölkerung", das sind die Einwohnerzahlen mit dem Pendlersaldo addiert, liegt Bocholt mit einer Zahl von 77.855 hinter Münster (319.427) und Marl (92.031) auf Platz drei im gesamten Bereich der IHK Nordwestfalen.

Dabei beträgt der positive Pendlersaldo einen Anteil von 5,5 %, Die IHK Nordwestfalen geht im Fazit der Studie davon aus, dass mittel- bis langfristig insbesondere die demografische Entwicklung sowie auch der sich weiter verstärkende Fachkräftemangel dazu führen werden, dass die Mobilität der Erwerbstätigen weiter zunimmt. "Für uns als starkes Mittelzentrum ist es wichtig", so Kaiser, "weiterhin eine vorausschauende Flächen- und Ansiedlungspolitik zu betreiben und den Firmen, die hier erweitern oder sich neu ansiedeln wollen, die besten Voraussetzungen zu schaffen".

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Fachbereich Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, Geschäftsbereich Öffentlichkeitsarbeit, Bruno Wansing, Telefon 0 28 71 95 35 71, E-Mail: bruno.wansing@mail.bocholt.de