Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 30. Oktober 2009

Multiplikatorenschulungen für den Umgang mit Demenzerkrankten

„Aktionsplan Demenz“ will der Tabuisierung entgegenwirken

Bocholt (pd).

2008 wurde in Bocholt das Netzwerk Demenz gegründet mit dem Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu verbessern. Noch immer ist das Thema Demenz ein Tabu. Nicole Richard, die am Donnerstag, 30.10.09, im Hotel Erzengel eine Veranstaltung zum Thema „Die Erlebniswelt von Menschen mit Demenz“ leitete, erklärte dazu vorab in einem Pressegespräch, dass sich viele Menschen für ihre verwirrten Angehörigen schämen.

Richards: „eine häufige Strategie von Angehörigen ist die Isolation.“

Um eine breite Öffentlichkeit für den Umgang mit demenzerkrankten Menschen zu sensibilisieren und der  Tabuisierung entgegenzuwirken, will das Netzwerk im Rahmen eines „Aktionsplanes Demenz“  Menschen aus allen Lebensbereichen über den Umgang mit verwirrten Menschen informieren. Wie Jutta Ehlting vom Seniorenbüro der Stadt Bocholt erklärte, sollen  dazu Multiplikatorenschulungen stattfinden. Gedacht ist an die Schulung verschiedener Berufsgruppen, wie z.B. Gastronomen, Bänker oder Polizisten. In den Schulungen sollen Tipps für den Umgang mit demenzerkrankten Personen gegeben werden. Ehlting: „Ein Bänker sollte wissen, wie er damit umgeht und an wen er sich wenden kann, wenn z.B. eine verwirrte Person zum fünften Mal Geld abholen will.“ Auch Schülergruppen sollen qualifiziert werden, denn es sei wichtig, schon in jungen Jahren zu lernen, mit erkrankten Personen umzugehen und die Akzeptanz zu schulen.    

Dass auch die Angehörigen sehr unter einer Demenzerkrankung leiden, hat eine Fragebogenaktion für Angehörige gezeigt. Wie Agnes Wellkamp vom Netzwerk Demenz erklärte, haben sich die Angehörigen in den Fragebögen „ihre Probleme von der Seele geschrieben.“

Um noch mehr über die Schwierigkeiten der Angehörigen zu erfahren, soll die Fragebogenaktion noch ausgeweitet werden.

 Das Netzwerk Demenz hatte sich an einer Ausschreibung "Menschen mit Demenz in der  Kommune" der Robert-Bosch-Stiftung beteiligt und für das Projekt "Aktionsplan Demenz" eine Förderung in Höhe von 15.000 € bekommen. 

Im Rahmen des Projektes „Aktionsplan Demenz“ finden unter anderem drei Großveranstaltungen statt. Auftaktveranstaltung war der gestrige Workshop mit Nicole Richard, der eine enorme Resonanz fand. Weiterhin ist im April 2010 ein Pflegesymposion für beruflich Pflegende und  pflegende Angehörige geplant. Im November 2010 soll ein Wellnesstag für Demenzerkrankte und deren Angehörige stattfinden. Bei der Veranstaltung wird Dr. Udo Baer zum Thema „Das Herz wird nicht dement“ sprechen.

Auch auf der Seniorenmesse im kommenden Jahr wird das Thema „Demenz“ breiten Raum einnehmen.

 Im Netzwerk Demenz sind neben der Stadt Bocholt und sämtlichen Seniorenheimen auch die Anbieter von Pflegedienstleistungen organisiert. Das Netzwerk ist das einzige seiner Art im Kreis Borken.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Stadt Bocholt, Seniorenbüro, Jutta Ehlting, Tel. 02871-953 520


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Netzwerk Demenz
Jutta Ehlting, Agnes Wellkamp, Claudia Borgers und Monika Niermann präsentieren den Flyer vom Netzwerk Demenz