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| Pressemitteilung vom 16. November 2009 |
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Nachhilfeprojekt für benachteiligte Kinder Region Kassel. Bildungsexperten sind sich einig: Gerade bei sogenannten bildungsfernen Schichten, deren Kinder häufig kein Abitur machen, obwohl sie das Potenzial dafür hätten, besteht ein großer Nachholbedarf an Förderung und Qualifizierung. Zuletzt hatte der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium auf diese Herausforderung der Bildungspolitik hingewiesen. „Stadt und Landkreis Kassel nehmen diesen Hinweis ernst und legen unter dem Dach der beiden Arbeitsförderungen und mit finanzieller Hilfe der Kasseler Sparkasse und der Aktion Advent der HNA ein Unterstützungsprojekt auf, das genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist“, erläuterte Vizelandrätin Susanne Selbert bei der Vorstellung des Nachhilfeprojekts Region Kassel in der Unterneustädter Schule in Kassel. Die Sozial- und Sportstiftung der Kasseler Sparkasse unterstützt das Projekt mit 50.000 Euro. Selbert: „Private Nachhilfestunden können Familien mit geringem Einkommen häufig nicht finanzieren“. Damit werde eine sinnvolle Unterstützung der Schullaufbahn von Kindern, deren Eltern Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe haben, verhindert. Mit dem neuen Nachhilfeprojekt können die betroffenen Eltern aus Stadt und Landkreis bei ihrem zuständigen Sachbearbeiter der Arbeitsförderung Kassel-Stadt GmbH oder der Arbeitsförderung Landkreis Kassel einen Gutschein für Nachhilfe-Unterricht beantragen. „Ziel ist es, bei einer gefährdeten Versetzung oder einem gefährdeten Schulabschluss, zu helfen“, informierte die Vizelandrätin. Die Nachhilfeförderung erfolge in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer, der in der Regel am besten einschätzen kann, in welchen Fächern eine Nachhilfe sinnvoll ist. Selbert: „Die beiden Arbeitsförderungen haben eine Liste der Nachhilfeinstitute, bei denen die Eltern ihre Kinder anmelden können“. Sinnvoll sei es, einen Anbieter zu wählen, der entweder in der Nähe des Wohnortes liegt oder die Nachhilfe in einer nahe gelegenen Schule anbietet. Der Nachhilfeunterricht könne in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik für ein Schulhalbjahr finanziert werden. „Der Gutschein der Arbeitsförderungen gilt für 20 Unterrichtseinheiten“, so die Vizelandrätin weiter. Die Verlässlichkeit der Anmeldung werde dadurch überprüft, dass die Eltern zu Beginn der Nachhilfe einen Eigenanteil von 39 Euro zahlen müssen. Diesen Eigenanteil erhalten die Eltern zurück, wenn ihr Kind regelmäßig am Unterricht teilnimmt. Das ausgewählte Nachhilfe-Institut rechnet die Gebühr für den erteilten Unterricht direkt mit den Arbeitsförderungen ab. Selbert: „Den Eltern entstehen keine weiteren Kosten“. Selbert dankte der Kasseler Sparkasse und der HNA für die Unterstützung des Projekts: „Das ist ein schönes Beispiel von Öffentlich-Privater-Partnerschaft bei einer Sozialinvestition in der Region“. Hintergrund: Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium hat in einem Gutachten die Akzeptanz der Marktwirtschaft in Deutschland untersucht, das im November 2009 veröffentlicht wurde. Dabei war unter anderem deutlich geworden, dass die Bevölkerung ein großes Interesse an gerechten Verhältnissen in Deutschland hat. Der Beirat kommt in seinem Gutachten unter anderem zu dem Schluss, dass sich in Deutschland eine ungleiche Bildungsbeteiligung nach Herkunft ergeben hat. „Angesichts der noch immer deutlich größeren Wahrscheinlichkeit gering Qualifizierter arbeitslos zu werden und zu bleiben, hat dies unmittelbaren Einfluss auf die zukünftige Verteilung von Einkommen“, heißt es auf Seite 23 des Gutachtens. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: Nachhilfeprojekt Auf dem Foto sieht man die Kinder der Klasse 4a der Unterneustädter Schule in Kassel, die (von links nach rechts) Harold Grönke (HNA-Verlagsleiter), Vizelandrätin Susanne Selbert, Dieter Mehlich (Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse) und Dr. Jürgen Barthel (Sozialdezernent der Stadt Kassel).
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LANDKREIS KASSEL
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