„Tatsächlich dürften im Lauf der Wochen und Monate sogar schon Tausende die Infektion hinter sich gebracht haben“, so der Mediziner. „Viele zeigen überhaupt keine Symptome, sehr wenige bekommen Fieber, wenige fühlen sich überhaupt krank.“
Die Empfehlung des Gesundheitsamtes lautet weiterhin: Persönliche Hygiene beachten - sich mit den Händen nicht ins Gesicht fassen, regelmäßig Händewaschen, nicht in die Hände niesen und husten, Einwegtaschentücher benutzen, häufig Räume lüften. Das gilt auch für die Schulen und Kindertageseinrichtungen. Alle können wie gewohnt zur Schule oder in die Kita gehen. Nur wer krank ist, bleibt zu Hause und kehrt erst nach dem ersten fieberfreien Tag zurück. Wer mit Erkrankten in Kontakt steht, muss grundsätzlich nicht zu Hause bleiben. „Nur wer beruflich engen Kontakt mit gesundheitlich besonders gefährdeten Menschen hat, sollte den Betriebsarzt um Rat fragen“, rät Dr. Schmeer.
„Auch beim Umgang mit Erkrankten zu Hause sollten einige Dinge beachtet werden“, empfiehlt der Amtsarzt. So ist es sinnvoll, dem Erkrankten für einige Tage einen eigenen Schlafraum bereitzustellen. Der enge Kontakt zu Haushaltsmitgliedern sollte für diesen Zeitraum vermieden werden. Eventuell kann das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes bei unvermeidbarem engen Kontakt im Rahmen der Pflege vorübergehend zweckmäßig sein. Regelmäßiges Lüften ist auch hier wichtig. Ansonsten gelten die üblichen allgemeinen Hygieneregeln.
Bei der Schutzimpfung gegen die Neue Grippe werden derzeit Beschäftigte des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material, Personal von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, Beschäftigte bei Hilfsorganisationen, chronisch Kranke und Schwangere vorgezogen. Auf diese Vorgabe des Landes zum Umgang mit knappem Impfstoff hat das Gesundheitsamt die Betriebs- und niedergelassenen „Impfärzte“ in einem Rundschreiben hingewiesen. Dr. Schmeer: „Die Impfungen werden sich noch über Monate hinziehen. Wer gesund ist, kann sich beruhigt bis zu einem Impftermin in einigen Wochen gedulden.“
Die bisherige Verpflichtung aller Ärzte, Verdachts- und Krankheitsfälle zu melden, ist seit Anfang dieser Woche entfallen. Die Labore sind jedoch weiterhin verpflichtet, jeden Influenza-A/H1N1-Nachweis dem Gesundheitsamt mitzuteilen. Allerdings ist eine labordiagnostische Bestätigung der Neuen Influenza nur bei Risikofällen medizinisch erforderlich.
Wer Fragen zur Neuen Grippe hat, kann folgende Telefon-Hotlines anrufen: Land NRW: 0180/3 10 02 10 (9ct./Min., abweichende Tarife aus Handynetzen möglich), Bund: 030/3 46 46 51 00 (Mo-Fr 8-18 Uhr), Kreis Steinfurt 02551/69 28 88 (Mo-Do 9-12 Uhr und 14-16 Uhr, freitags 9-12 Uhr). Die Liste der Impfärzte im Kreis sowie weitere Infos gibt es auf der Homepage des Kreises Steinfurt unter www.kreis-steinfurt.de.