04. Dezember 2009. Monat für Monat reiben sich Arbeitsmarkt-Statistiker verwundert die Augen: Trotz Krise sinkt die Zahl der Arbeitslosen – nun auch im November. Das gilt sowohl für Menschen, die Arbeitslosengeld I (ALG I) beziehen, als auch für die, die länger als ein Jahr arbeitslos sind und von Arbeitslosengeld II (ALG II) leben.
In Kassel lag der Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) im November bei 13.324. Das ist ein Rückgang um 1,41 Prozent im Vergleich zum Vormonat (13.515 BG). Auch die Anzahl der Menschen, die auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen sind, ist im November erneut gesunken: von 25.838 im Oktober auf 25.424 im November.
306 Menschen in Kassel wieder in Arbeit
„Und auch die dritte Kennzahl, die wir vermelden können, ist äußerst erfreulich“, betont Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel als Vertreter des Gesellschafters Kassel Stadt. „Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen ist von 18.671 auf 18.365 zurückgegangen. Also haben 306 Menschen Arbeit gefunden. Durch diese Arbeitsaufnahmen sind auch ganze Familien aus dem Leistungsbezug heraus gekommen – das macht im November insgesamt 414 Männer, Frauen und Kinder. Für alle Beteiligten ein sehr befriedigendes Ergebnis!“
Teamarbeit ist Schlüssel zum Erfolg
Und was ist das Geheimnis des steten Rückgangs? „Zum einen haben wir in Kassel nach wie vor einen aufnahmebereiten Arbeitsmarkt“, erklärt der Stadtkämmerer. „Zum anderen sind wir mit der AFK ausgesprochen erfolgreich, diese Aufnahmebereitschaft im Sinne der Menschen, die wir betreuen, optimal zu nutzen. Die AFK hat mit ihrem Arbeitgeberservice das Ohr ganz nah an den unterschiedlichsten Branchen und ist sensibel für sich abzeichnende Nachfragen. Die Strukturen der AFK sind äußerst flexibel, die Reaktionszeiten entsprechend kurz“, so Dr. Barthel weiter.
Aktuelles Beispiel sei der bemerkenswerte Umgang mit dem Konjunkturpaket II. Kaum sei die Nachricht von der millionenschweren Förderung des Bundes und des Landes Hessen für die Erneuerung und Sanierung von Schulen und städtischen Einrichtungen im Kasseler Rathaus eingegangen, habe der Arbeitgeberservice schon ein Treffen mit Vertretern des mittelständischen Baugewerbes initiiert und den wahrscheinlichen Bedarf an zusätzlichen ausgebildeten Arbeitskräften ausgelotet. Der Stadtkämmerer: „Allein im Hoch-, Trocken- und Tiefbau wurden so rund 60 neue, zusätzliche Arbeitsplätze akquiriert. Geeignete Kunden wurden identifiziert, entsprechende Lehrgänge umgehend initiiert. So haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AFK in hervorragender Teamarbeit allein in der Baubranche 50 Menschen in Kassel in Lohn und Brot gebracht, die zuvor auf Hartz IV angewiesen waren.“
Hintergrund:
Die Arbeitsförderung Kassel-Stadt (AFK)
Die AFK betreut, berät, qualifiziert und vermittelt Menschen aus der Stadt Kassel, die Arbeitslosengeld II erhalten – auch bekannt als „ALG II“ oder „Hartz IV“ – und ist zuständig für die Auszahlung der Geldleistungen. Gesetzliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch, zweites Buch (SGB II), das die “Grundsicherung für Arbeitsuchende“ regelt.
Bedarfsgemeinschaften (BG)
Bedarfsgemeinschaften sind Haushalte beziehungsweise Familien, in denen das Gesamteinkommen zur Deckung des Lebensunterhaltes nicht ausreicht. Eine Bedarfsgemeinschaft umfasst die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (eHb) und die nicht erwerbsfähigen Angehörigen, die Anspruch auf Sozialgeld haben zum Beispiel kleine Kinder, Schülerinnen und Schüler oder Pflegebedürftige im Haushalt.
Arbeitgeberservice (AGS) der AFK
Die Kunden des AGS sind die Unternehmen und Betriebe der Region. Durch gezielte persönliche Ansprache der Unternehmerinnen und Unternehmer, der Arbeitgeberverbände, Innungen, Kammern und anderer Institutionen akquirieren AFK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter Arbeitsplätze und besetzen sie passgenau mit Langzeitarbeitslosen.
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