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documenta-Stadt Kassel

Gesundheitsamt: Impfung gegen Schweinegrippe nach wie vor ratsam

08. Dezember 2009.

Trotz aktuell rückläufiger Erkrankungszahlen hält das Gesundheitsamt der Region Kassel erfahrungsgemäß einen nochmaligen Anstieg der Influenza-Welle mit dem A/H1N1-Virus (Schweinegrippe) für möglich. Sollte dies passieren, so die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller, müsse wiederum mit deutlich erhöhten Erkrankungszahlen und schweren Grippe-Verläufen gerechnet werden. Die Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland (STIKO) empfehle daher vor allem Kindern ab sechs Monaten und deren Betreuungspersonen sowie jungen Erwachsenen bis 24 Jahre eine Impfung gegen die „Neue Grippe“. Kinder im Alter von einem halben Jahr bis neun Jahren sollten zweimalig mit einer halben Erwachsendosis geimpft werden, für Personen ab zehn bis 80 Jahren reiche eine Impfung. Wie gehabt impfen Kinder- und Hausärzte sowie das Gesundheitsamt Region Kassel.

 

Schwangere, die bei einer Erkrankung ein besonderes Risiko tragen, können sich bei ihrem Gynäkologen voraussichtlich ab Mitte Dezember mit einem Impfstoff ohne Wirkungsverstärker impfen lassen. Säuglinge, die nicht geimpft sind, können dadurch geschützt werden, dass Familienangehörige und enge Bezugspersonen sich impfen lassen und so eine Art Kokon aufbauen.

 

In Stadt und Landkreis Kassel hat die Schweinegrippe bisher keine Todesopfer gefordert. Allerdings wurden in Hessen bisher neun Todesfälle mit möglichem Zusammenhang mit einer A/H1N1-Erkrankung in die Statistik aufgenommen, darunter auch der Fall einer 15-jährigen  Schülerin der Hegelsbergschule. Bei vier Fällen waren Grunderkrankungen oder Risikofaktoren bekannt.

 

Grippepatienten seien in diesem Jahr überwiegend am Schweinegrippevirus erkrankt, erklärte Dr. Karin Müller weiter. Das zeigten Erhebungen in den mehr als 450 Testpraxen in Deutschland. Die Schweinegrippe verlaufe bisher zwar harmloser als die sonst auftretende Grippe, sei aber sehr viel ansteckender. Insgesamt wurden dem Robert-Koch-Institut 196.000 Fälle von neuer Influenza (Schweinegrippe) übermittelt. Zu beachten sei, dass durch die Änderung der Meldeverordnung und des diagnostischen Vorgehens der behandelnden Ärzte nur noch die Zahl der laborbestätigten Fälle und die Todesfälle übermittelt werden müssten. Um zu beobachten, ob sich die Schwere der Schweinegrippeerkrankung verändere, übermittelten Krankenhäuser regelmäßig die Anzahl der Intensivbetten und Beatmungsplätze von mit A/H1N1 assoziierten Erkrankungsfällen, sagte die Gesundheitsamtschefin.

 

Seit zwei Wochen sei allerdings die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen bundesweit gesunken, was sich auch bei dem Rückgang der Krankmeldungen der Schüler und Schülerinnen beobachten lasse. Hier habe es Anfang November einen drastischen Anstieg der Krankmeldungen gegeben, insbesondere bei den fünf- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen sowie jungen Erwachsenen, so Dr. Müller abschließend.

 



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