Beigeordneter Platz: „Engagement der Freiwilligen Feuerwehren wird künftig noch stärker anerkannt.“
Feuerwehrkonzept wird fortgeschrieben
Magdeburg.
Die Landeshauptstadt schreibt ihr seit 2001 bestehendes Feuerwehrkonzept fort. Eine entsprechende Drucksache wurde am Dienstag in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters bestätigt und steht im Februar auf der Tagesordnung des Stadtrates.
„Ein wichtiges Anliegen ist uns dabei die dauerhafte Sicherung der Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehren“, so Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz. „Die Freiwilligen Feuerwehren garantieren gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr den städtischen Brandschutz. Sie tragen erheblich zur Qualität und Finanzierbarkeit des Brandschutzes in Magdeburg bei.“ An der Seite von 236 beruflichen Einsatzkräften leisten derzeit ca. 240 ehrenamtliche Feuerwehrangehörige Einsatzdienst.
Aufgrund der demografischen Entwicklung wird es zunehmend schwierig, geeigneten Nachwuchs zu finden und die Einsatzfähigkeit der Freiwilligen Wehren zu sichern. „Ein positives Beispiel ist hier Diesdorf“, erklärt Holger Platz. „Da die Wehr sich stabilisiert hat, wird sie dauerhaft als eigenständige Freiwillige Feuerwehr in unserem Feuerwehrkonzept verankert.“
Um die Attraktivität der Freiwilligen Feuerwehren zu erhöhen, wird die Stadt künftig eine Zusatzrente für aktive Angehörige gewähren. „Damit wollen wir die ehrenamtliche Arbeit der Kameraden und Kameradinnen unserer Freiwilligen Feuerwehren stärker anerkennen“, erklärt dazu der zuständige Beigeordnete Holger Platz. „Neben den in Magdeburg bereits gewährten angemessenen Aufwandsentschädigungen für die Führungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr wird die Einführung einer Feuerwehrrente einen wirksamen und nachhaltigen Anreiz für die Mitwirkung in den Freiwilligen Feuerwehren schaffen.“
Vorausgesetzt der Stadtrat folgt dem Vorschlag der Verwaltung, wird die Landeshauptstadt ab 2010 im Rahmen einer freiwilligen Zusatzrentenversicherung jedem im Einsatzdienst aktiven Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr einen monatlichen Beitragszuschuss von 20,00 EUR (zuzüglich 19% Versicherungssteuer) gewähren. Nach 47 Beitragsjahren können die Kameradinnen und Kameraden bei einem Eigenanteil von ebenfalls 20,00 EUR pro Monat mit einer monatlichen zusätzlichen Rente von 135,00 EUR rechnen. Dieses von der Verwaltung vorgeschlagene Modell nimmt einen Vorschlag des Magdeburger Feuerwehrverbandes auf. Die Landeshauptstadt stellt dafür jährlich 70.000,00 EUR aus ihrem Haushalt zur Verfügung.
Im Rahmen der Fortschreibung des Feuerwehrkonzeptes werden außerdem 870.000 EUR investiert, um die Gebäude der Freiwilligen Feuerwehren Diesdorf, Süd-Ost, Prester, Calenberge und Ottersleben zu erweitern. Der bereits beschlossene Neubau der FF Olvenstedt steht als nächstes Vorhaben an und soll bis 2012 realisiert werden. Dafür werden 1.526.500,00 EUR investiert.
Darüber hinaus soll durch ein Rotationsmodell sichergestellt werden, dass die technische Ausstattung der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren trotz der angespannten Haushaltssituation der Stadt schrittweise modernisiert und den geänderten Erfordernissen des Brandschutzes angepasst werden kann. „Bei notwendigen Ersatzbeschaffungen hat die Modernisierung unserer Fahrzeugflotte oberste Priorität“, erläutert Holger Platz das Modell. „Nach einem sechsjährigen Einsatz bei der Berufsfeuerwehr gehen die Fahrzeuge dann in den Bestand einer Freiwilligen Feuerwehr über. Dadurch kann der Nutzungszeitraum für viele Fahrzeuge verlängert werden.“
Das fortgeschriebene Nutzungskonzept der Feuerwehr liegt derzeit den Fraktionen und zuständigen Ausschüssen zur Beratung vor. Voraussichtlich am 25. Februar wird der Stadtrat entscheiden.
|