Würdige Ehrung für Kassels Meister - Ein Bilanz des Spohr-Jahres

18. Dezember 2009. Die Stadt Kassel zieht eine positive Bilanz des Louis-Spohr-Gedenkjahrs 2009. „Der 225. Geburtstag am 5. April und der 150. Todestag am 22. Oktober waren die äußeren Wegmarken für ein Jahresprogramm, das den Komponisten, Dirigenten und Geiger, der von 1822 bis 1859 in Kassel wirkte und die Stadt zu einem Zentrum der Musikkultur der Zeit machte, wieder ins Bewusstsein der kulturinteressierten Öffentlichkeit holte“, meinte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst.

Zwischen Februar und November fanden 43 Konzerte mit Werken Spohrs statt. Mehr als 50 Werke aus seiner Feder waren zu hören, manche sogar mehrmals von unterschiedlichen Ensembles. „Diese außergewöhnliche Abfolge von Konzerten und anderen Veranstaltungen ist durch eine beispiellose Zusammenarbeit Kasseler Veranstalter möglich geworden“, erklärte Hilgen.

Im Sinne Spohrs, der sich stets als Streiter für eine bürgerliche und demokratische Kultur hervorgetan hatte, hätten sich die verschiedenen Beiträge in ein Gesamtkonzept gefügt, das auch aus einer Hand nicht besser hätte geplant werden können, zeigte sich der Oberbürgermeister sicher.

Höhepunkte herauszuheben fällt da schwer: Nach einem furiosen Auftakt am 8. Februar mit einem ausschließlich Spohr vorbehaltenen Kammerkonzert des Staatstheaters zeigte schon wenige Tage später das „Spohr-Mendelssohn-Musikfest“ in der Erlöserkirche Harleshausen weitere Facetten aus dem Œuvre. Mit der Aufführung des Passionsoratoriums „Des Heilands letzte Stunden“ (Kantorei Kirchditmold) wurde der Komponist dann erstmals als Schöpfer großer geistlicher Chorwerke vorgestellt.

Im Juni ballten sich die Konzerte, die dennoch alle gut besucht waren. Das „Musikfest Kassel“ mit nicht weniger als fünf Spohr-Konzerten, das Oratorium „Der Fall Babylons“ mit dem Kasseler Konzertchor und dem Staatsorchester Braunschweig, der Auftakt zu den „Wilhelmshöher Schlosskonzerten“ des Hessischen Rundfunks waren dabei wichtige Stationen. Um den Todestag im Oktober gab es dann ein Finale furioso mit der konzertanten Aufführung der Oper „Jessonda“ im Staatstheater, den Kasseler Musiktagen, die Spohrs Musik in mehreren Konzerten mit Musik des 21. Jahrhunderts kontrastierten, und der Aufführung des „Oratoriums „Die letzten Dinge“ mit dem Kasseler Bachchor.

Das Dach für die vielen einzelnen Aktivitäten habe das Kulturamt der Stadt in Form des Programmbuches und farbiger Plakate gestiftet, führte Hilgen aus. „Am Ende des Jahres bleibt die Hoffnung, dass Louis Spohr nicht wieder in der Vergessenheit verschwindet. Die vielen Konzerte und nicht zuletzt auch die Eröffnung des modern konzipierten Spohr-Museums im Kulturbahnhof haben Wegmarken für einen würdigen Umgang mit einem großen Musiker gesetzt.“

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