OB Hilgen enttäuscht über Bundesbank-Entscheidung

18. Januar 2010. Enttäuscht hat sich Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen über die Entscheidung der Deutschen Bundesbank gezeigt, die Kasseler Filiale bereits zum 30. September 2012 zu schließen. Hilgen erklärte im städtischen Pressedienst, er halte die Schließung dieser Filiale für eine strukturpolitische Fehlentscheidung mit schwerwiegenden arbeitsmarktpolitischen Folgen. Es sei nicht nachvollziehbar, in Hessen Filialen an Standorten mit höherer Arbeitslosigkeit zu schließen und in Städte mit niedrigerer Arbeitslosigkeit zu verlagern, wie dies im Verhältnis zwischen Kassel und Frankfurt vorgesehen sei.

Die Filiale der Deutschen Bundesbank, so Hilgen weiter, sei mit derzeit 46 Beschäftigten ein wichtige Arbeitgeber in Kassel. Bereits 2003, als die Schließung der Filiale ebenfalls zur Debatte stand, seien bereits fünfzig Prozent der dortigen Arbeitsplätze abgebaut worden. Eine Schließung der Kasseler Filiale sei auch deshalb aus nordhessischer Sicht dramatisch, weil auch der Standort in Gießen spätestens 2015 geschlossen werden solle und die verbleibende Zweigstelle in Göttingen aufgrund ihrer geringen Größe nicht alle Kasseler Mitarbeiter aufnehmen könnte.

Die Folge sei, dass diese nun bis nach Frankfurt pendeln müssten. Eine Versetzung an einen noch weiter entfernten Dienstort wäre zeitlich und finanziell für diese kaum zumutbar. Dies gelte insbesondere für Teilzeitbeschäftigte und Alleinerziehende.

Die Zusage der Bundesbank, die mit der Schließung der Filiale verbundenen personellen Maßnahmen würden so sozialverträglich wie möglich gestaltet und auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, sei nur ein schwacher Trost für die Beschäftigten wie auch für den Standort Kassel, meinte der Oberbürgermeister abschließend.

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