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documenta-Stadt Kassel

Wappenringträger Dr. Hans-Kurt Boehlke verstorben – OB Hilgen würdigt langjähriges Wirken

01. Februar 2010.

„Sein Name wird untrennbar mit dem Museum für Sepulkralkultur verbunden bleiben.“ Mit diesen Worten reagierte Oberbürgermeister Bertram Hilgen auf die Nachricht vom Tod des Wappenringträgers Dr. Hans-Kurt Boehlke, der am 29. Januar, kurz nach Vollendung seines 85. Lebensjahres, starb. Mit Beharrlichkeit habe Dr. Boehlke dafür gekämpft, dass sich das Institut für Sepulkralkultur in Kassel etablieren konnte und das Museum am Weinberg gebaut wurde. „Dr. Hans-Kurt Boehlke hat mit seinem Engagement und Wirken die Kasseler Kultur- und Museumslandschaft nachhaltig bereichert“, so der OB.

Dr. Hans-Kurt Boehlke wurde am 25. Januar 1925 in Kassel geboren. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges begann er ein Studium der Architektur in Stuttgart, studierte später in Göttingen Kunstgeschichte, klassische und frühchristliche Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte. Mit seiner Dissertation über "Simon-Luis du Ry als Stadtbaumeister Landgraf Friedrich II. von Hessen Kassel", die unter anderem als Grundlage für den Wiederaufbau Kassels diente, stellte Dr. Boehlke schon früh die enge Verbundenheit mit seiner Geburtsstadt unter Beweis.

1954 wurde Dr. Boehlke fachlicher Mitarbeiter der 1951 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (AFD) in Bonn. Auf sein Bestreben hin wurde der Sitz der Arbeitsgemeinschaft 1960 nach Kassel verlegt. Im selben Jahr übernahm er das Amt des geschäftsführenden Vorstandsmitglieds und erreichte 1979 die Gründung des Institutes für Sepulkralkultur in Kassel, das im vergangenen September auf 30 Jahre wissenschaftliche Forschungsleistung zurückblicken konnte.

Nachdem er genug Mitstreiter für das Projekt begeistern konnte, ein passendes Grundstück am Weinberg gefunden hatte und finanzielle Ressourcen organisieren konnte, krönte der Autor zahlreicher einschlägiger Veröffentlichungen sein Lebenswerk schließlich mit der Eröffnung des Museums für Sepulkralkultur 1992.

Neben seinem Engagement in der AFD gehörte Dr. Hans-Kurt Boehlke 25 Jahre lang, seit Gründung des Gremiums im Jahr 1976, dem Denkmalbeirat der Stadt Kassel an, davon zehn Jahre als Vorsitzender. Er war Mitglied im Kasseler Museumsbeirat und zählte 1978 zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreises selbstständiger Kultur-Institute, bis 1985 wiederum als Vorsitzender. Dr. Boehlke engagierte sich im Fachausschuss des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalpflege und im Kuratorium des Kasseler Hochschulbundes. An der Seite von Harry Kramer war Dr. Hans-Kurt Boehlke 1985 Mitbegründer und später Vorsitzender im Stiftungsrat der Künstlernekropole. Er war Mitglied der Findungskommission der Stiftung des Bürgerpreises Glas der Vernunft sowie der Initiative "Pro Fridericianum" an der Seite von Hans Mangold.

Für sein Wirken wurde Dr. Hans-Kurt Boehlke mehrfach ausgezei­chnet. Unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, der Kasseler Stadtmedaille, der Goldenen Ehrennadel des Bundesinnungsverbandes des Deutschen Steinmetz, Stein- und Holzbildhauerwerkes, der Goethe-Plakette des Landes Hessen und dem Wappenring der Stadt Kassel.

„Mit Dr. Hans-Kurt Boehlke verliert die Stadt Kassel einen Menschen, der sich für seine Ziele mit überdurchschnittlichem Engagement, Entschiedenheit und Ausdauer eingesetzt hat. Ein Vorbild für uns alle“, so Hilgen abschließend.



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