03. Februar 2010.
„Weinberg und Königstor“, „Oberneustadt“, „Bahnhofsquartier“, „Schillerquartier“, „Neue Altstadt“, „Universität“ und „Hangkante an der Fulda“ – für insgesamt sieben Quartiere, deren Gebiete zusammen die Kasseler Innenstadt definieren, stellte Stadtbaurat Norbert Witte heute ein von der Universität erarbeitetes und mit der Stadt Kassel intensiv diskutiertes Strategiepapier vor.
Der Perspektivplan, eine Weiterführung und Vertiefung des 2008 entwickelten Innenstadtleitbildes, wurde im Rahmen des Leuchtturmprojektes „Wohnen in der Innenstadt“ von Professor Wolfgang Schulze und Professor Ariane Röntz erstellt und entwirft auf dieser Grundlage eine langfristige Entwicklungsstrategie für die Kasseler Innenstadt.
„Jedes der sieben untersuchten Quartiere“, erläuterte Witte die Pläne, „hat eine spezifische Charakteristik.“ Entsprechend der jeweiligen Gebietsmerkmale ergäben sich unterschiedliche Nutzungsangebote, was wiederum verschiedene städtebauliche Maßnahmen erforderlich mache. Auf diese Weise, so der Stadtbaurat, lasse sich das Wohnen in der Innenstadt für unterschiedlichste Zielgruppen, wie Singlehaushalte, Familien, Alleinerziehende, der Generation 50Plus oder ältere Menschen, „auch zukünftig attraktiv und lebendig gestalten.“
Als Beispiel führte der Stadtbaurat das Quartier „Neue Altstadt“ an. In dem Gebiet zwischen Steinweg und Kurt-Wolters-Straße solle durch verschiedene Umbaumaßnahmen der aus den 50er-Jahren stammende Wohnungsbestand gezielt aufgewertet werden.
Eine andere Strategie sehe die Privatisierung und Veräußerung von Teilbeständen der Wohnungsbaugesellschaften vor. Ziel sei, private Bauherren für den Umbau oder auch den Abriss und anschließenden Neubau von Stadthäusern zu gewinnen. Solche Veränderungen im baulichen Bestand gingen einher mit Vorschlägen zur Sicherung und Aufwertung des wohnungsnahen öffentlichen und privaten Freiraumes.
Der Zeithorizont, vor dem sich die entwickelten Szenarien abspielten, so Witte abschließend, sei sicher mit vielen Jahren und Jahrzehnten zu bemessen. Um die Vorschläge real erfahrbar zu machen, werde es im Weiteren darum gehen, an geeigneter Stelle Maßnahmen konkret umzusetzen und zum Beispiel anspruchsvolle Sanierungs- oder Neubauprojekte durchzuführen.
Hintergrund
Der demografische Wandel ist ein Thema, das in den vergangenen Jahren verstärkt ins Blickfeld von Politik und Öffentlichkeit gerückt ist und in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Stadt Kassel setzt sich bereits seit mehreren Jahren aktiv mit der Thematik auseinander und hat mit dem von Ullrich Bieker geleiteten Zukunftsbüro eine eigene Abteilung eingerichtet, um dem Thema auch dauerhaft den nötigen Stellenwert einzuräumen.. Die zentralen Ziele des Prozesses, wie zum Beispiel die Stärkung der urbanen Kultur, werden durch sogenannte Leuchtturmprojekte verfolgt.
Das Leuchtturmprojekt, für welches das Dezernat von Stadtbaurat Witte die Verantwortung übernommen hat, trägt den Titel „Wohnen und Wohnumfeld in der Innenstadt “. Die Strategien, die zusammen mit Vertretern unterschiedlicher politischer Gremien, Interessenverbänden und Fachrichtungen innerhalb und außerhalb des Rathauses und in enger Kooperation mit dem Fachbereich Architektur, Landschaftsplanung und Stadtplanung der Universität Kassel, entwickelt werden, dienen, wie der vorliegende Perspektivplan dazu, die Innenstadt als den Mittelpunkt städtischen Lebens und als Ort für Wohnen, Lernen, Arbeiten, Freizeit und Kultur aufzuwerten.
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