04. März 2010. Der 8. März ist der Tag, an dem Frauen weltweit durch Aktionen, Kundgebungen sowie Demonstrationen auf ihre Benachteiligungen im öffentlichen und privaten Leben aufmerksam machen und ihr Recht auf Gleichberechtigung einfordern. "Die über 100 Jahre alte Forderung der Frauenbewegung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist bis heute nicht Realität und immer noch brisant, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Armutsdiskussion", so Anne Janz, Dezernentin für Schule, Jugend, Gesundheit und Frauen, im städtischen Pressedienst.
In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Deutschland nimmt damit einen der hinteren Plätze innerhalb der Europäischen Union ein. Für Stadträtin Janz eine Ungerechtigkeit, "die so nicht hinnehmbar ist, denn Frauen sind längst genauso gut ausgebildet wie Männer und aus dem Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken". Die Einkünfte, die Frauen erwirtschaften, würden immer wichtiger für die Lebensgrundlage der Familien. Mittlerweile seien in gut einem Drittel aller Erwerbshaushalte Frauen die Haupteinkommensbezieherinnen.
Die Ursachen der Lohnungleichheit, die neben sozialen auch wirtschaftliche Folgen hat, seien vielfältig. Eine der wichtigsten: Frauen arbeiteten überdurchschnittlich häufig in Teilzeit und hätten zahlreichere und längere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen als Männer. Grund hierfür sei eine nach wie vor unzureichende Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland, so Janz. An der Bereitstellung des flexiblen Betreuungsangebotes arbeiten die Kommunen vor allem für unter 3-Jährige zur Zeit mit Hochdruck. Frauen arbeiteten häufiger in Bereichen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist, beispielsweise Pflege, Einzelhandel und Gastronomie. Frauen hätten seltener gut bezahlte Führungspositionen inne und verfügten in der Regel über weniger Berufsjahre, was sich negativ auf die Gehaltsentwicklung auswirke.
Es sei aktuell wie nie zuvor, diese Lohnungerechtigkeiten in den Fokus zu nehmen und die Debatte über die Ursachen und Folgen der Entgeltunterschiede weiter zu führen, zeigte sich Frauendezernentin Janz sicher.
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