Der demographische Wandel macht auch vor dem Handwerk nicht halt. Im Landkreis Leer sinkt der Anteil junger Menschen im ausbildungsfähigen Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Die Kreishandwerkerschaft Leer und der Landkreis Leer mit seinem Zentrum für Arbeit und dem Amt für Wirtschaftsförderung wollen mit Handwerksunternehmen darüber sprechen, welche Chancen der demographische Wandel für Märkte bietet, aber auch welche Risiken für die Personalgewinnung bestehen. Die Veranstaltung ist für den 17. März ab 19 Uhr im Casino der Sparkasse LeerWittmund, Mühlenstraße 93, in Leer geplant.
Fakt ist, dass Unternehmen künftig noch mehr als bisher für junge Nachwuchskräfte gute Arbeitsbedingungen bei angemessenem Gehalt bieten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen müssen. Dabei gilt es, insbesondere die Arbeitsbedingungen für das "Arbeitskräftepotenzial Frauen" zu bedenken, heißt es in der Ankündigung des Landkreises.
Der insgesamt kleiner werdende Pool potenzieller junger Nachwuchskräfte im Landkreis nimmt weiter ab durch die zunehmende Wanderungsbewegung der 18- bis 24-Jährigen. Diese verlassen oftmals für ein Studium den Landkreis und stehen für Jahre den heimischen Unternehmen nicht mehr zur Verfügung. Diejenigen, die im Landkreis Leer bleiben möchten und hier eine Ausbildungsstelle suchen, sind oft nicht ausreichend über die beruflichen Chancen – auch im Handwerk – informiert. Erschwerend kommt hinzu, dass laut Berufsbildungsbericht 2010 bundesweit jeder fünfte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst wird, weil viele Jugendliche nicht ausbildungsreif sind. Die Unternehmen haben künftig also weniger junge Nachwuchskräfte zur Auswahl und stehen dann noch vor der Herausforderung, mit vielen anderen – vor allem großen Unternehmen – um die qualifizierten jungen Menschen konkurrieren zu müssen.
Für das Gespräch am 17. März bitten die Veranstalter um eine kurze Anmeldung. Kontakt: Jens Krumminga, Landkreis Leer, Telefon (04 91) 99 94 - 22 71, E-Mail jens.krumminga@lkleer.de
Hintergrund:
Auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels fiel Mitte Januar 2010 der Startschuss für die bundesweite Imagekampagne des deutschen Handwerks. Ziel ist es, jungen Menschen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks vor Augen zu führen und Nachwuchskräfte für das Handwerk zu gewinnen. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, in Zukunft mit mehr älteren Beschäftigten ihre Produkte und Dienstleistungen am Markt erfolgreich anzubieten. Umso wichtiger ist es, die Beschäftigten gesund und qualifiziert in Arbeit zu halten. Zumal insbesondere im Handwerk Geschick, Übung und Zuverlässigkeit bei der Ausführung von Arbeiten gefragt sind. Und hier punkten viele ältere Beschäftigte im Vergleich zu jüngeren. Auch sind ältere Beschäftigte der wachsenden Kundegruppe der so genannten Best Ager näher, wissen also eher um deren Bedürfnisse und Qualitätsansprüche.
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