12. April 2010. In Rothenditmold starten zur Zeit zehn neue Projekte, mit denen Frauen und Jugendliche aus dem Stadtteil auf vielfältige Weise dabei unterstützt werden, (wieder) in Arbeit zu kommen, teilte jetzt Stadträtin Anne Janz im städtischen Pressedienst mit.
Kurz nachdem die Stadt Kassel den Zuwendungsbescheid für den zweiten Förderzeitraum des Förderprogramms STÄRKEN vor Ort erhalten hat, fiel in Rothenditmold die Entscheidung über die Förderung dieser sogenannten Mikroprojekte mit einer Fördersumme von maximal 10.000 Euro pro Projekt. Das Programm STÄRKEN vor Ort im Stadtteil Rothenditmold wird mit 100.000 Euro im Jahr noch bis Ende 2011 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.
Im Vorfeld der Antragstellung wurden Ziele für die Programmphase 2010 festgelegt und konkretisiert. Mit Blick auf Probleme beim Einstieg in das Arbeitsleben wurden Projektideen für Frauen und Jugendliche entwickelt, die der besonderen Situation in Rothenditmold entsprechen. Hierbei konnte auch auf die Ergebnisse von zwei Studien zurück gegriffen werden, die im ersten Förderzeitraum erarbeitet worden waren. Alle Interessenten wurden beraten, um passgenaue Projekte zu entwickeln. Für bestimmte Projektideen wurden gezielt Träger und Institutionen angesprochen. Insgesamt gingen über 20 Anträge aus dem Stadtteil ein.
„Dieser intensive Prozess der Projektentwicklung und -entscheidung wäre nicht möglich gewesen ohne das große Engagement vieler Personen. Die lokalen Akteure und Stadtteilvertreterinnen und -vertreter haben sich sehr engagiert in zahlreichen Treffen am Beratungs- und Entscheidungsprozess beteiligt – viele davon in ihrer Freizeit. Allen gebührt dafür großer Dank!“, so Stadträtin Janz.
Für Frauen und Mütter
Von den Projekten, die nun gefördert werden, richten sich vier an Mütter im Stadtteil, mit verschiedenen Schwerpunkten:
Im Projekt Stadtteilmütter (Träger ist die JAFKA gGmbH) erfolgt die Qualifizierung der teilnehmenden Frauen als Multiplikatorinnen für Informationen, die für Familien wichtig sind, etwa zu Unterstützungsangeboten im Stadtteil. Diese könnten über Netzwerke oder auch über Hausbesuche vermittelt werden.
Der Freundeskreis für Lebensenergie e. V. will junge Mütter im Stadtteil mit einem Projekt zur Förderung des Selbstbewusstseins und der Selbstwahrnehmung unterstützen und darüber zu einer Hinführung auf berufliche Tätigkeit kommen.
Noch stärker als dieses Projekt legt das Projekt „Mütter in Bewegung“, das vom Kulturzentrum Schlachthof im Stadtteil angeboten wird, den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Alltagsbewältigungskompetenz der Frauen, die - gerade auch für Alleinerziehende - Voraussetzung für den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben ist.
Die Gesprächsgruppe „Mütter in der Babypause“, die der Deutsche Kinderschutzbund Kassel e.V. anbieten wird, will jungen Müttern helfen, Situationen der Isolation zu überwinden bzw. Situationen der Überforderung erst gar nicht entstehen zu lassen, und früh Informationen geben, damit später leichter an weitere Unterstützungsangebote angeknüpft werden kann.
Frauengarten
Das Diakonische Werk Kassel will einen Frauengarten Rothenditmold initiieren. Geplant ist ein Gemeinschaftsgarten mit eigenen Beeten zur teilweisen Selbstversorgung mit Obst und Gemüse. Die Arbeit soll mit Weiterbildung zum Thema gesunde Ernährung verbunden werden.
Wege in den Beruf für Jugendliche
Das Projekt „Stark und Schön“ des Freundeskreises für Lebensenergie e.V. richtet sich an Mädchen und junge Frauen und wird diesen helfen, ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen ernst zu nehmen und Vertrauen in ihre Stärken zu entwickeln, um ihre Berufspläne aktiv zu verfolgen. Dazu ist unter anderem ein „Karriere-Planspiel“ vorgesehen.
Zwei Projekte für Jugendliche setzen ebenso direkt bei der Berufsplanung an: Das Projekt „Niemand bleibt zurück“ der JAFKA gGmbH wird Jugendliche nach der Schule beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder weitere Bildung unterstützen. Das Projekt „Betriebe in Rothenditmold“ des Kulturzentrums Schlachthof wird, teilweise unter aktiver Beteiligung von Jugendlichen aus dem Stadtteil, das Angebot an Praktikums- und Ausbildungsplätzen und Jobmöglichkeiten in der lokalen Wirtschaft erheben.
Weitere Projekte im Stadtteil
Die TG Rothenditmold möchte in Kooperation mit der Jugendarbeit im Stadtteil ein Angebot am Samstagabend einrichten, um damit Jugendliche zum Spaß am Sport zu motivieren und über die Mitgestaltung des Programms für den regelmäßigen Sportabend zu aktivieren.
Schließlich wird die printsenrolle verlag und medien GmbH erheben, mit welchen Mitteln, etwa einer Stadtteilzeitung, der Informationsfluss im Stadtteil und der Kenntnisstand über Angebote verbessert werden kann. Gemeinsam soll überlegt werden, welche Informationen den Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mikroprojekte für sich und für das Leben anderer Menschen im Stadtteil wichtig sind.
Bei mehreren Projekten können noch Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer einsteigen. Frauen oder Jugendliche aus Rothenditmold, die Unterstützung beim Berufseinstieg suchen, können sich im Frauenbüro melden.
Seit dem Arbeitsbeginn der neuen Frauenbeauftragten Dr. Ute Giebhardt am 15. März erfolgt die Koordination des Förderprogramms STÄRKEN vor Ort wieder im Frauenbüro. „Der Vorteil des Programms für uns im Frauenbüro ist, dass über die Mirkoprojekte ein enger Austausch mit den Akteurinnen und Akteuren und den Betroffenen zu den Problemlagen im Stadtteil und den frauen- und gleichstellungspolitischen Lösungsansätzen erfolgt,“ so Giebhardt. Die Mitarbeiterin des Jugendamtes, Heidrun Pluquett, die die Koordination für ein halbes Jahr vertretungsweise übernommen hatte, steuert den Prozess der Integrierten Stadtteilentwicklung Rothenditmold.
Kontakt: Dr. Ute Giebhardt, Frauenbeauftragte der Stadt Kassel, Tel.: 787-7069, frauenbeauftragte@stadt-kassel.de; Heidrun Pluquett, Stadt Kassel, Jugendamt, Integrierte Stadtteilentwicklung Rothenditmold, Tel.: 787-5017; heidrun.pluquett@stadt-kassel.de.
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