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documenta-Stadt Kassel

Stadt und Landkreis bei Tagung zum demografischen Wandel

02. Juni 2010.

In Fragen des demografischen Wandels wollen Stadt und Landkreis Kassel enger zusammenarbeiten. Diese Kooperation wird auch sichtbar bei der Tagung "Ist die Nahversorgung noch zu retten?", die Stadt und Landkreis Kassel im Verbund mit der Evangelischen Akademie Hofgeismar und Region Kassel-Land e. V. veranstalten. Sie findet am Freitag, 11. Juni, von 12 bis 17 Uhr in der Evangelischen Akademie Hofgeismar, Gesundbrunnen 8, statt. Anmeldungen sind noch bis zum 4. Juni möglich. Auskünfte gibt es unter Telefon 0 56 71/8 81-1 08.

 

Die Veranstaltung ist Teil einer Tagungsreihe unter dem Thema "Regionalentwicklung und demografischer Wandel". Weitere Themen werden der Fachkräftebedarf in der Region und das bürgerschaftliche Engagement sein.

 

In der Veranstaltung am 11. Juni wird dem Problem der Nachversorgung, insbesondere in den ländlichen Regionen, aber auch in verschiedenen Stadtteilen Kassels nachgegangen, wo es schon heute Veränderungen gibt. Bereits jetzt werden hier Auswirkungen sichtbar, wenn sich Hausärzte und Apotheken, der öffentliche Nahverkehr und der Einzelhandel zurückziehen. Schon seit langem gibt es immer weniger kleine Lebensmittelmärkte und Tante-Emma-Läden, dafür aber immer mehr Discounter und größere Supermärkte an zentralen Orten. Im Kasseler Stadtteil Harleshausen existiert beispielsweise von ehemals drei sogenannten Vollversorger-Lebensmittelgeschäften nur noch eins. Mangelnde Wirtschaftlichkeit oder fehlende Geschäftsnachfolger sind nur einige der Ursachen. Diese Entwicklung entspricht einem bundesweiten Trend. Nur noch knapp 30 Prozent der Bundesbürger kaufen in einem Lebensmittelgeschäft ein, das weniger als 500 Meter von ihrem Wohnort entfernt liegt.

 

Steigende Spritkosten, eine veränderte Altersstruktur, zunehmender Kommunikationsbedarf der Menschen und viele weitere Gründe sind dafür maßgeblich, warum die Nahversorgung wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gerade für Familien und Senioren ist es wichtig, dass sie Lebensmittel und andere Waren für den täglichen Bedarf in ihrer Nähe fußläufig einkaufen können.

 

An vielen Orten wird die Frage der Grundversorgung zu einer wichtigen Zukunftsfrage. Dieser Problematik geht die Tagung in Hofgeismar nach. Neben Referaten findet am Nachmittag eine Podiumsdiskussion unter dem Tagungstitel "Ist die Nahversorgung noch zu retten?" mit Ullrich Bieker vom Zukunftsbüro der Stadt Kassel, Heiner Dippel, Einzelhandelsverband Hessen-Nord e. V., Christian Primus, Landkreis Kassel für das Projekt Sparkassenbus, Bürgermeister Michael Steisel, Projekt Bürgerbus, sowie Dr. Horst Wiegand, Dorfladen Marburg-Ginseldorf e. V., unter der Moderation von Benjamin Schäfer, Region Kassel-Land e. V., statt.



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