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Magdeburg, 03. Juni 2010
Vortrag über die Entwicklung der Jugendhilfe seit 1990
Am kommenden Mittwoch in der Volkshochschule

Am kommenden Mittwoch, dem 9. Juni 2010, laden das Jugendamt und die Städtische Volkshochschule zu einem Vortrag über die Entwicklung der Jugendhilfe seit 1990 ein. Referenten sind der frühere Amtsleiter des Jugendamtes Rudolf Förster und die langjährige Abteilungsleiterin für Soziale Dienste Dr. Charlotte Gersbacher. Die Veranstaltung in der Städtischen Volkshochschule in der Leibnitzstraße 23 beginnt um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

Zum 100-jährigen Bestehen des Jugendamtes ist der Vortrag eine weitere Veranstaltung, die auf die Entwicklung des Jugendamtes zurückblickt und eine breite Öffentlichkeit für die heutige Arbeit des Amtes und die Verantwortung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisieren soll. Viele Erwartungen, Ansprüche und Verpflichtungen an das Amt waren damals genauso aktuell wie heute.

 

Die Teilnehmer erfahren während des Vortrages spannende Einzelheiten über die Ausgangssituation des Jugendamtes nach der Deutschen Einheit im Oktober 1990. Vorgestellt und erläutert werden die damalige Organisation und die Personalentwicklung, die Standorte und ihre Ausstattungen sowie die Gründung des Jugendhilfeausschusses. Auch auf die Entwicklung der Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe wird zurückgeblickt. Weitere Schwerpunkte im Vortrag sind die Leistungsangebote und ihre Entwicklung seit 1990, die damit verbundene Strukturentwicklung in der Verwaltung des Jugendamtes, interkommunale Vergleiche, handelnde Personen sowie die Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und anderen Institutionen.

 

Rudolf Förster und Dr. Charlotte Gersbacher geben auch einen Einblick in die Situation der Kindertageseinrichtungen sowie in die Kinder- und Jugendarbeit. Aus dem Blick der Sozialen Dienste werden die erzieherischen Hilfen und ihre Netzwerke in Magdeburg geschildert.

 

Alle interessierten Magdeburgerinnen und Magdeburger sind zu dem Vortrag herzlich willkommen. Telefonische Anmeldungen sind unter der Rufnummer 03 91/5 35 47 70 möglich.

 

 

Hintergrundinformationen zur Geschichte des Magdeburger Jugendamtes

Das Magdeburger Jugendamt gehört zu den Pionieren der öffentlichen Jugendhilfe in Deutschland und zählt mit den Ämtern in Mainz (gegründet 1900), Berlin (1906) sowie Leipzig (1909) zu den ältesten deutschen Jugendämtern. Ausgangspunkt für die Gründung als Jugendfürsorgeamt war das Engagement der damaligen Stadtverordnetenversammlung, des Oberbürgermeisters und der lokalen Wohlfahrtsvereine.

 

 

Noch ohne Förderung des Landes oder des Deutschen Reiches wurden in Magdeburg am 1. Juni 1906 die Berufsvormundschaft und am 1. April 1908 eine eigenständige Säuglingsfürsorge eingeführt. Besoldete Säuglingspflegerinnen absolvierten hierzu einen vierwöchigen Kurs im Altstädtischen Krankenhaus.

 

Das "Haltekinderwesen" wurde zur Vorstufe des heute spezialisierten Pflegekinderdienstes. Die als öffentliche Fürsorgeverwaltung tätige städtische "Armenverwaltung" bündelte die damals vorhandenen Kräfte, um neben anderen Aufgaben Maßnahmen gegen die mit 20,3 Prozent enorm hohe Kindersterblichkeit zu ergreifen. Dieses Vorgehen trug zur Reduzierung der Kindersterblichkeit bei und wirkte auch in die zukünftige Gesetzgebung und Sozialfürsorge hinein.

 

Der preußische Jugendpflegeerlass von 1911 sowie ein 1918 erlassenes Landesgesetz für die Provinz Preußen waren Vorläufer des Jugendwohlfahrtsgesetzes 1922. Erst mit diesem wurden gesetzliche Vorgaben für die Jugendhilfe aller Gemeinden und Städte verabschiedet. Diese fanden ihre fachlich hoch entwickelte und heute verpflichtende Form in dem am 3. Oktober 1990 eingeführten Sozialgesetzbuch (SGB) VIII, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz moderner Prägung.

 

Heute arbeiten im Magdeburger Jugendamt rund 190 Beschäftigte in den vier Abteilungen Förderung freier Träger, Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit, Leistungen und Hilfen in besonderen Problemlagen sowie Tagesbetreuung, Erziehungsberatung, Frühförderung und Qualitätsmanagement.



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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