Keine 24 Stunden vor Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft in
Südafrika schnupperten rund 50 Unternehmerinnen aus
Leverkusen und Umgebung schon mal ein bisschen WM-Luft.
Denn im kommenden Jahr findet die Fußball-WM der Frauen in
Deutschland statt und Leverkusen ist einer von neun
Spielorten.
Dass in der BayArena Samstag für Samstag 22 Männer in
kurzen Hosen einem Ball hinterher jagen, war den Frauen sehr
wohl bewusst. Doch wie gigantisch das Stadion von
Bundesligist Bayer 04 Leverkusen ist, wurde den meisten erst
beim Rundgang klar. Zum 31. Mal hatten das Frauenbüro und
die WfL Wirtschaftsförderung Leverkusen GmbH am
Donnerstagabend (10. Juni) zum Unternehmerinnentreff
eingeladen und dabei erstmals Station im Stadion gemacht.
Die Teilnehmerinnen sollten einen Blick hinter die Kulissen
des Fußball-Geschäfts bekommen, das weit mehr ist als nur
der Kampf um Tore und Punkte.
Bei der Führung, die mit knapp 90 Minuten so lang dauerte
wie ein Fußballspiel, kamen die Unternehmerinnen aus dem
Staunen nicht heraus. „Gigantisch“, „toll“ und „faszinierend“
waren Umschreibungen, die während der Stadionführung
immer wieder fielen. Viele der 50 Frauen war zum ersten Mal
überhaupt in der BayArena, und einige von ihnen bestimmt
nicht das letzte Mal. Umso neugieriger erkundeten sie die
Katakomben des vor einem Jahr renovierten Stadions.
Für die fachliche Begleitung sorgten mit Martin Kowatzki und
Nikolaus Woschei zwei Mitarbeiter von Bayer 04, die so
manches Kabinengeheimnis lüfteten. Denn zunächst ging es
in die heiligen Hallen, auch Umkleidekabine genannt. Doch
bei Bayer 04 sind die Kabinen nicht nur größer als beim
Sportverein um die Ecke, sondern auch viel luxuriöser. Das
war vor dem Umbau noch anders, berichtete Martin Kowatzki.
Bei einem Gastspiel der Spitzenmannschaft Real Madrid vor
ein paar Jahren wollten die spanischen Stars angesichts der
spartanisch eingerichteten Kabine gar nicht antreten.
Natürlich durften die Unternehmerinnen auch einen Blick in
die weiß-rot geflieste Dusche erhaschen. Einen echten
Fußballer bekamen sie bei dieser Gelegenheit jedoch nicht zu
sehen. Denn die Profis haben derzeit „Sommerpause“ sofern
sie nicht in Südafrika antreten.
Anschließend ging es durch den Spielertunnel ins
Stadioninnere. Genau dorthin, wo 2011 vielleicht auch die
deutschen Weltmeisterinnen zur Höchstform auflaufen. Ein
Probesitzen auf der Trainerbank war genauso inklusive wie die
Erläuterungen zur Stadiontechnik. Mehr als 300 Flutlichter
sorgen für Helligkeit, 30 Kilometer Rasenheizung für warme
Fußballer-Füße. Das im Durchmesser 217 Meter große
Stadiondach hat eine Gesamtfläche von 28.000
Quadratmetern.
Nach dem Blick auf DFB- und Uefa-Pokal und einem Besuch im
Presseraum ging es in die noble VIP-Loge im Westbaukörper.
Dort wartete „die wahrscheinlich längste Theke Leverkusens“,
so Martin Kowatzki. Hier treffen sich an den Spieltagen die
Promis und Unternehmer, um bei einem tollen Fußballspiel
auch Kontakte zu knüpfen und Netzwerke auszubauen. In der
VIP-Loge Ost konnten die Teilnehmerinnen damit gleich
beginnen. Nach der Führung stand nämlich bei einem Glas
Sekt und einem Häppchen der rege Austausch über die gerade
gewonnenen Eindrücke auf dem Programm.