Kreis Steinfurt. Mit der offiziellen Unterzeichnung einer besonderen und einzigartigen Vereinbarung bekräftigen die Landesvermessungen der Niederlande, Niedersachsens und Nordrhein Westfalens jetzt ihre Zusammenarbeit. Europaweit sind die Partner die ersten, die über Internet ihre Daten in einer gemeinsamen Karte anbieten. Damit wird endlich eine Lösung für die lange bestehenden Hindernisse der grenzüberschreitenden Nutzung topographischer Daten angeboten. Der neue Internetdienst ist ab sofort für jeden, der Geobasisdaten einsetzen möchte, zugänglich. Die Kooperationsvereinbarung wurde am 30. Juni durch Dorine Burmanje, Vorstandsvorsitzende Kadaster NL, Rolf Ueberholz, Vorstand LGN Landesvermessung und Geobasisinformationen Niedersachsen, Jürgen Kremers, Abteilungsleiter Geobasis NRW der Bezirksregierung Köln, und Dr. Bruno Vogel, Geschäftsbereichsleiter IT.NRW, unterzeichnet. Traditionell erfassen die Landesvermessungen von Nordrhein Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden ihre Daten in unterschiedlichen Koordinaten- und Referenzsystemen, was eine grenzüberschreitende Nutzung der Informationen nahezu unmöglich machte, da die Daten nicht gemeinsam dargestellt werden konnten. Um den stetig steigenden Bedarf von Organisationen an zuverlässigen, aktuellen grenzüberschreitenden topographischen Informationen bedienen zu können, haben die beteiligten Landesvermessungen ihre Kooperationen eingerichtet. Sie wurden dabei zusätzlich durch das Programm X-border-GDI unterstützt, das den grenzüberschreitenden Austausch von Geoinformationen in diversen Bereichen vorantreibt, wie beispielsweise Raumordnung, Katastrophenschutz, Verkehr und Transport, Industriegebiete, Tourismus, Natur und Umwelt, Wasser-Management und landwirtschaftliche Entwicklungen. In den vergangenen Jahren haben die Landesvermessungen gemeinsam mit IT.NRW als zentralem IT-Service-Provider des Landes Nordrhein Westfalen erfolgreich an der Überbrückung dieser Unterschiede gearbeitet. Mittels einer Software werden die ursprünglichen Daten in einen gemeinsamen EU-Standard umgerechnet (ETRS89). Darüber hinaus sorgt die Software dafür, dass Überschneidungen oder Lücken in der Darstellung korrigiert werden. Das Ergebnis ist ein sogenannter Kaskadierender Webservice, den die Nutzer nun einsetzen können. Damit erhalten sie grenzüberschreitende Daten aus einer Hand, ohne wie früher eigene Lösungen entwickeln zu müssen. Für diesen Dienst haben die Landesvermessungen eine einheitliche Nutzungs- und Lizenzvereinbarung erarbeitet, die ebenfalls einzigartig in Europa ist: Landesvermessungen aus verschiedenen Ländern mit jeweils unterschiedlichen Geschäftsmodellen haben für die grenzüberschreitenden Nutzeranforderungen gemeinsame Rahmenbedingungen und Preismodelle für die gemeinsam angebotenen Daten gefunden. Das alles findet ohne komplizierte Verrechnungsmodelle statt, alle drei Anbieter sind gleichgestellt. Aktuell werden die Daten als WebMapService (WMS) angeboten, das heißt die Nutzer haben die Möglichkeit, sich die Daten auf ihrem Bildschirm anzeigen zu lassen und um weitere eigene und/oder fremde Daten zu ergänzen. Mittlerweile arbeiten die Partner bereits an einer Weiterentwicklung des Dienstes, die es dem Nutzer erlauben soll, dann auch Daten der Landesvermessungen weiter zu bearbeiten.