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Pressemitteilung der Stadt Iserlohn vom 09.08.2010


Warnung für Allergiker: Agressive Ambrosia-Pollen ab Anfang August “unterwegs”

Iserlohn.

Aus aktuellem Anlass informiert das Büro für Stadtentwicklung, Natur- und Landschaftsschutz über die Beifußblättrige Ambrosie oder kurz Ambrosia. In Letmathe fanden aufmerksame Bürger ein Exemplar der Pflanze und übergaben es zur Bestimmung der Stadt Iserlohn.
Die Ambrosia produziert die bislang weltweit am stärksten wirksamen Pollen. Sie sind  wesentlich aggressiver als alle in Deutschland bekannten Baum- und Gräserpollen. Nur zehn bis zwölf Pollenkörner pro Kubikmeter Luft lösen bei Allergikern Symptome wie Augenjucken, Kopfschmerzen, Heuschnupfen aber auch Atemnot oder Asthma aus. Bedenklich ist, dass Studien zufolge ein Großteil der europäischen Bevölkerung sowie nahezu alle Pollenallergiker auf Ambrosia sensibel reagieren. Hinzu kommt, dass die Pflanze aufgrund der auf ihrer Oberfläche vorkommenden chemischen Bestandteile starke Reizungen der Haut auslösen kann.

Die Beifuß-Ambrosie stammt ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas und gelangte mit Saatguttransporten Anfang des 20. Jahrhunderts nach Südosteuropa. Seit den 50er Jahren vermehrt sie sich insbesondere in Ungarn, Frankreich und Italien massenhaft. Vor allem durch Futtermittel- und Saatgutmischungen, die mit den Samen der Ambrosia verunreinigt sind, gelangt die Pflanze verstärkt nach Westeuropa. In heimischen Gärten  ist oftmals mit Ambrosia-Samen vermischtes Vogelfutter Hauptursache für die Verbreitung.

Beschreibung der Pflanze:
Die Ambrosia wird bis zu 1,8 Meter hoch. Die einjährige Pflanze keimt im Frühjahr aus Samen und beginnt ab Juni mit dem Längenwachstum. Bis dahin ist sie relativ unscheinbar. Die Blüten entwickeln sich ab Mitte Juli, die Pollen werden ab Anfang August gebildet. Ihre Blätter sind ein- bis zweifach gefiedert, haben einen Stiel und weisen beidseitig eine mittelgrüne Farbe ähnlich der Brennnessel auf. Der Pflanzenstängel ist behaart. Die Ambrosia kommt überwiegend im Bereich von Vogelfütterungsstellen vor aber auch in Sonnenblumenfeldern oder Blühstreifen.

Tipps für die Bekämpfung:
Der Laie verwechselt die Ambrosia schnell mit dem Gemeinen Beifuß, dessen Blattunterseiten allerdings silbrig-weiß sind. Seine Blätter sind ungestielt, der Stängel ist kahl. Der Gemeine Beifuß ist mehrjährig und oft schwer auszureißen. Im Gegensatz dazu lässt sich die Ambrosia vor der Blüte leicht mit Wurzel aus dem Boden ziehen. Dies ist auch die einfachste und wirksamste Bekämpfungsmethode (Handschuhe verwenden!).
Die Pflanze ist in einem Plastiksack über die graue Tonne  zu entsorgen, da die Samen mehrere Jahrzehnte keimfähig bleiben und nicht in den Kompost gehören. Bei der Bekämpfung von blühenden Exemplaren sollte zusätzlich eine Feinstaubmaske zum Schutz vor den Pollen getragen werden. Hat sich eine Pflanze bereits versamt, ist der Standort in den folgenden Jahren unbedingt auf neue Ambrosiapflanzen zu kontrollieren.

Um bei der Fütterung von Vögeln eine unerwünschte Aussaat der Ambrosia zu vermeiden, sollten garantiert ambrosiafreie Futtermischungen verwendet werden. Firmen, die diese Mischungen anbieten, können beim Bund für Vogelschutz oder beim Naturschutzbund erfragt werden.

Alle wichtigen Informationen sowie Meldeformulare und Fotos zum Bestimmen der Pflanze gibt es auf den Internetseiten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, der Landwirtschaftskammer oder unter www.ambrosia.de.



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