Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 11. August 2010

Gut fürs Klima, gut für die lokale Wirtschaft

Umweltreferat legt Bilanz des Bocholter Förderprogramms "Altbau Optimal" vor

Bocholt (pd).

Während der Sommermonate wird in Bocholt saniert. "Bocholter Hauseigentümer nutzen das gute Wetter und das städtische Förderprogramm Altbau Optimal, um etwas für ihre Immobilien zu tun", erklärt Angela Theurich, Umweltreferentin der Stadt Bocholt. Sie zieht Bilanz: "Derzeit liegt der Schwerpunkt der beantragten Maßnahmen mit 44 % bei Fenstersanierungen mit Dreifachverglasung." Verglichen mit dem Startjahr 2004 des Förderprogramms hat sich diese Sanierungsmaßnahme verdreifacht.

Kein Wunder, denn der Effekt ist groß: Der Wärmeabfluss von dreifachem Wärmeschutzglas wird gegenüber alten Isolierglasscheiben um 72 % verringert.

Das Programm Altbau Optimal hat neben dem Klimaschutzaspekt einen weiteren Effekt. "Von den Investitionen profitiert die lokale Wirtschaft", sagt Heinz-Josef Nienhaus, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung. "Die meisten der im Rahmen des Programms Altbau Optimal vergebenen Aufträge werden von in Bocholt ansässigen Firmen ausgeführt." Auch Material für Eigenleistung wird vor Ort in Bocholt eingekauft. Das belegt die Auswertung der Rechnungen, die im Anschluss an bezuschusste Sanierungen eingereicht werden müssen.

Dass das Förderprogramm in Bocholt überhaupt laufen kann, ist der Auszeichnung der Stadt Bocholt zur "NRW-Klimakommune" zu verdanken. Die Auszeichnung wurde 2009 vom damaligen Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW vergeben und ist mit Fördermitteln verbunden. Theurich: Der Effekt für Klimaschutz und lokale Wirtschaft ist erheblich. Seit Juli 2009 wurden insgesamt 87 Sanierungsmaßnahmen mit dem Ziel der Energieeinsparung neu beantragt.  "Die Verbesserung von Wohngebäuden wird in Bocholt dadurch stark forciert, ebenso die Qualität bei der Ausführung", so Theurich. Allein die Maßnahmen an den 179 zwischen 2004-2006  sanierten Gebäuden belaufen sich auf eine CO2-Reduzierung während der Nutzungsdauer von insgesamt 13,8 Tonnen.

Darüber hinaus fließt Geld in die lokale Wirtschaft. "Auf einen eingesetzten Euro Fördermittel kamen im Zeitraum 2004-2006 12 Euro private Investitionen. Inzwischen liegt dieser Betrag bei 21 Euro, wie eine Auswertung der seit Mitte 2009 eingereichten Rechnungen belegt", so Wirtschaftsförderer Nienhaus.

Oft werden energiesparende Maßnahmen mit gestalterischen Aspekten kombiniert, was das Investitionsvolumen erhöht. Die meisten Baumärkte in Bocholt bieten inzwischen qualitativ hochwertigere, dickere Dämmstoffstärken an - auch eine Folge des Fördeprogramms. Diese werden nämlich für die Sanierungsmaßnahmen in Bocholt gebraucht, möchte man Zuschüsse aus dem städtischen Förderprogramm zum verbesserten Wärmeschutz bekommen.

Mit 28% aller in 2010 bisher beantragten Maßnahmen sind hoch gedämmte Dächer in Bocholt weiterhin auf dem Vormarsch, dicht gefolgt von den Fassadensanierungen, die 23 % der Maßnahmen ausmachen. Hier geht der Trend zum so genannten Wärmedämmverbundsystem. Für eine Hohlschichtdämmung, angebracht zwischen dem Innen- und Außenmauerwerk, reicht in den meisten Fällen der freie Platz in der Luftschicht nicht aus.

Deutlich geringer vertreten als in der Vergangenheit waren in diesem Jahr bisher die Kellerdämmungen. Sie machten nur 5 % aller Maßnahmen aus. Gerade die Dämmung von Kellerdecken und Sohlplatten lässt sich aber einfach und preisgünstig sogar in Eigenleistung realisieren. Darüber hinaus bringt sie einen guten Energiespar-Effekt. Nach Auswertung der Förderberatungen der letzten fünf Jahre kommt das Niedrigenergie Institut Detmold zu dem Fazit, dass bei dreiviertel der in Bocholt untersuchten Objekte die Sohlplatten ungedämmt waren. "Häufig macht sich dies bereits beim Betreten der Räume durch leichten Schimmelgeruch bemerkbar", berichtet Sanierungsberater Klaus Michael. "Hier sollte mindestens auf die hygienische Mindestdämmung nachgerüstet werden." 85 % aller untersuchten Keller bergen weitere Schwachstellen. Eine davon sind undichte Kellertüren, die sich zwischen beheizten Wohnräumen und kalten Kellerräumen befinden und keine Dichtungen besitzen. Die oft unterschätzte Problematik hierbei liegt in einem unerwünschten winterlichen Kamineffekt, der die beheizten Räume des Wohnhauses durch Kaltluftströme auskühlt. Auch bei der Hälfte aller in Bocholt untersuchten Haustüren fehlten die Dichtungen. Der Rat vom Experten des Niedrigenergie-Instituts: "Wenn möglich, immer nachrüsten. Das kostet nicht viel, bringt aber viel. Genau wie das Verschließen von Briefschlitzen", so Klaus Michael.

Für Bocholter Bürgerinnen und Bürger, die Intresse am städtischen Förderprogramm haben, nachfolgend einige Angaben: Um Zuschüsse zu erhalten, müssen Flachdächer und oberste Geschossdecken mit mindestens 28 cm starker Dämmung verbessert werden. Hierfür gibt es pro qm 7 bzw. 14 Euro Förderung. Schrägdächer erfordern eine Verbesserung mit mindestens 24 cm Dämmstoff, die Förderhöhe hierfür beträgt 9,50 Euro pro qm.

Das am einfachsten zu erschließende und lukrativste Einsparpotenzial, das mit Priorität zu empfehlen ist, weisen Kehlbalkendecken auf. Man findet sie am häufigsten bei Wohnhäusern der Baujahre 1900 bis 1968. Bei Außenwänden werden 18 cm Dämmstoffstärken gefordert, die Förderung liegt ebenfalls 9,50 Euro pro qm. Bei Kellerdecken sind mindestens 10 cm Dämmstoff erforderlich. Wichtig: Die Fördermittel müssen immer im Vorfeld der Maßnahmen beantragt und bewilligt werden.

Weitere Informationen sind auf der Homepage der Stadt Bocholt unter www.bocholt.de im Bereich Rathaus-Umwelt zu finden. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich die Unterlagen von der Stadtverwaltung zusenden lassen unter Tel. 02871/953-254.

Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Büro des Bürgermeisters, Pressesprecher Karsten Tersteegen, Telefon 0 28 71 95 33 27, E-Mail: karsten.tersteegen@mail.bocholt.de