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documenta-Stadt Kassel

100. Geburtstag des Kasseler Ehrenoberbürgermeisters

OB Hilgen würdigt langjähriges Stadtoberhaupt Dr. Karl Branner

10. September 2010. Als „herausragenden Politiker und außergewöhnlichen Menschen“ hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen den Kasseler Ehrenoberbürgermeister und Ehrenbürger Dr. Karl Branner gewürdigt, der am 11. September seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Aus diesem Anlass wird OB Hilgen am 16. September, um 11 Uhr am Ehrengrab Dr. Karl Branners auf dem Hauptfriedhof einen Kranz niedergelegen. Anschließend findet in der Karl Branner-Halle des Rathauses ein Empfang zu Ehren des früheren Stadtoberhaupts statt. Von 1963 bis 1975 war Dr. Karl Branner Oberbürgermeister von Kassel.

„Karl Branner war die Nähe zur Bevölkerung immer wichtig. Er hat die Sorgen und Nöte der Menschen stets ernst genommen. Die Bürgerinnen und Bürger nahmen ihm ab, einer von ihnen zu sein. Bis heute genießt er über die Grenzen Kassels hinaus ein hohes Ansehen“, sagte Oberbürgermeister Hilgen.

Um die Weiterentwicklung der Stadt Kassel habe sich Karl Branner besondere Verdienste erworben, erklärte Hilgen weiter. Zu den vielen Akzenten, die er während seiner Amtszeit setzte, zähle neben der wirtschaftlichen Konsolidierung auch die Verbesserung der sozialen und verkehrspolitischen Infrastruktur Kassels. Vor allem seine Initiative zur Gründung der damaligen Gesamthochschule und heutigen Universität Kassel bleibe eng mit seinem Namen verbunden. „Die Entscheidung für die Gründung der Universität war strukturpolitisch die wichtigste Entscheidung der letzten 60 Jahre in Kassel“, so der Oberbürgermeister Bertram Hilgen weiter. Auch im Ruhestand seien ihm das Wohl und Ansehen Kassels ein persönliches Anliegen gewesen. So engagierte sich Karl Branner nach seiner Zeit als OB in den unterschiedlichsten Bereichen und begleitete eine Vielzahl von Ehrenämtern. „Der Name Karl Branners wird immer eng mit der Geschichte unserer Stadt Kassel verbunden bleiben“, sagte Hilgen abschließend.

Rückblick: Dr. Karl Branner wurde am 11. September 1910 als Sohn eines Bäckermeisters in der Kasseler Unterneustadt geboren. Nach dem Abitur an der Goetheschule studierte er in Göttingen Wirtschaftswissenschaften, Geschichte und Soziologie. Das Studium schloss er 1933 mit einem Diplom in Volkswirtschaft ab, 1937 folgte die Promotion zum Dr. rer. pol. Ab 1939 war Karl Branner als Soldat im Zweiten Weltkrieg, daran schloss sich eine Kriegsgefangenschaft bis 1949 an.

Im selben Jahr kehrte Branner nach Kassel zurück und begann fortan sich für Politik zu interessieren. 1952 wurde er Stadtverordneter für die SPD im Kasseler Rathaus. Zwischen 1954 und 1957 war er hauptamtlicher Beigeordneter für Wirtschaft und Verkehr, in den Jahren 1957 bis 1963 dann Bürgermeister. 1963 wurde Karl Branner als Nachfolger Lauritz Lauritzens zum Oberbürgermeister Kassels gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1975 inne.

Karl Branner erfuhr in seinem Leben eine Menge Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz, Verdienstorden, Auszeichnungen des Landes, Ehrensenator der Universität Kassel, Ehrenoberbürgermeister. Besonders stolz war er auf die Ernennung zum Ehrenbürger seiner Heimatstadt Kassel.

Am 17. Oktober 1997 verstarb Dr. Karl Branner im Alter von 87 Jahren in einem Kasseler Krankenhaus.



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