AG Behinderte berät schulische Förderung und Fragen zur Barrierefreiheit
Am 23. September im Alten Rathaus
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen trifft sich am Donnerstag, dem 23. September, um 13.30 Uhr zu ihrer 50. Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Die Arbeitsgruppe befasst sich vor allem mit Fragen der barrierefreien Gestaltung von Bauvorhaben und des ÖPNV.
Auf der Tagesordnung steht dieses Mal die Lage von Magdeburger Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. "Nach wie vor fällt auf, dass die meisten betroffenen Schülerinnen und Schüler eine der zehn Förderschulen besuchen, statt sie in Regelschulen zu integrieren und dort gezielt zu fördern", weist der Behindertenbeauftragte Hans-Peter Pischner auf einen landesweit zu beobachtenden Umstand hin, der den Forderungen der 2009 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention eindeutig zuwiderläuft. Andererseits gebe es aber Fortschritte im Bereich des gemeinsamen Unterrichts als Ergebnis der Tätigkeit der drei Förderzentren in der Stadt.
Darüber hinaus will sich die Arbeitsgruppe auf der kommenden Sitzung einen Überblick über die noch vorhandenen Zugangsbarrieren an Verwaltungsgebäuden verschaffen. Dazu wurde ein Vertreter des Eigenbetriebes Kommunales Gebäudemanagement eingeladen. Außerdem wird der aktualisierte Entwurf der Dringlichkeitsliste für die Verbesserung der Barrierefreiheit in der Landeshauptstadt beraten. Der Stadtrat hatte 2005 und 2007 solche Dringlichkeitslisten beschlossen. Da ein Teil der dort aufgelisteten Probleme inzwischen gelöst wurde und parallel dazu neue Schwerpunkte entstanden, muss die Dringlichkeitsliste aktualisiert werden.
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich seit 1999 Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen und Ämtern der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive.
In Sachsen-Anhalt leben ca. 171.300 anerkannte Schwerbehinderte (7,2 % der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2009 rund 17.200 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5 %), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind rund 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.000 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), weit über 1.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 350 sind blind, 206 gehörlos und ca. 4.200 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten rund 2.000 Menschen (Merkzeichen H).
Rund 60 % der Betroffenen sind 65 Jahre und älter. 53,3 % der Behinderten sind weiblich. Etwa 5.500 Magdeburger sind pflegebedürftig, rund 2.600 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt. In den beiden Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind rund 850 Betroffene beschäftigt.
Nähere Informationen:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter, Telefon 03 91/5 40 23 42
E-Mail: behindert@magdeburg.de
Der Behindertenbeauftragte ist im Alten Rathaus, Alter Markt 6, Südflügel, Erdgeschoss, Zimmer 043, zu erreichen. Seine Sprechzeiten sind dienstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung.
|