Dr. Otto Schlein – ein jüdischer Arzt in Magdeburg
Magdeburgs große und kleine Ottos
Ottostadt Magdeburg.
Seit Beginn dieses Jahres stellt die Städtische Volkshochschule in einer Veranstaltungsreihe zur Ottostadt Magdeburg in monatlich stattfindenden Vorträgen große und kleine Ottos, die in Magdeburg gewirkt haben, vor. Im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung des neuen Semesters steht am Donnerstag, dem 23. Sept. um 19.00 Uhr der jüdische Arzt Dr. Otto Schlein. Die Veranstaltung findet im Vortragsraum der VHS statt.
Drei „Stolpersteine“ auf dem Breiten Weg erinnern an die jüdische Familie Schlein. Als Hautarzt wirkte Dr. Schlein in den Jahren 1921 bis 1936 in Magdeburg. Viele seiner Patienten entstammten der sozial schwachen Bevölkerungsschicht der Magdeburger Altstadt. Die Ärmsten behandelte er kostenlos, zahlte nicht selten ihre Medikamente. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihm als jüdischem Arzt Schritt für Schritt die Arbeitsmöglichkeit entzogen, die Berufserlaubnis, die Approbation und der akademische Grad Dr. med.“ aberkannt. Mit seiner Frau Anni und der Tochter Vera emigrierte er 1937 nach Amsterdam. Doch auch hier waren die Schleins nicht in Sicherheit. Sie wurden in das KZ Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert und dort 1944 ermordet. Jeanette Triebel, Koordinatorin des Dr.-Otto-Schlein-Projektes und Lehrerin an der gleichnamigen Berufsschule, wird in ihrem Vortrag das Leben und Werk von Dr. Otto Schlein vorstellen. Interessenten können die Biografie als Broschüre erhalten.
Für den Vortrag empfiehlt sich eine telefonische Platzreservierung in der Volkshochschule unter 5354 770. Die Veranstaltungsreihe zu Magdeburgs Ottos wird im Oktober mit einem Vortrag von Prof. Tullner fortgesetzt.
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