21. September 2010. In Anerkennung des Lebenswerks hat der Magistrat der Stadt Kassel im Jahr 2009 die Ruhestätte von Dr. med. h.c. Hermann Schelenz (1848-1922) auf dem Friedhof Wehlheiden zum Ehrengrab erklärt. Hierdurch würdigt die Stadt die Leistung des wesentlichen Mitbegründers der Pharmaziegeschichtsschreibung, der seine letzten Lebensjahre in Kassel verbrachte. Aus Anlass der Ehrengrab-Anerkennung sowie zum Leben und Werk von Hermann Schelenz findet am Samstag, 25. September, von 15 bis 17 Uhr im Ottoneum Naturkundemuseum, Steinweg 2, eine Vortragsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie statt. Interessierte können an der Veranstaltung teilnehmen. Im Anschluss wird die Ehrengrabstätte auf dem Wehlheider Friedhof besucht.
Hermann Schelenz war zunächst erfolgreicher Apotheker und pharmazeutischer Unternehmer in Rendsburg. 1893 verkaufte er seine Apotheke und siedelte nach Kassel über, um vor allem im Ottoneum seine pharmaziehistorischen Studien zu betreiben und sich seinen schriftstellerischen Arbeiten als „Privatgelehrter“ zu widmen. Sein Hauptwerk „Geschichte der Pharmazie“ ist 1904 erstmals erschienen und wurde mehrfach, zuletzt 2005, aufgelegt. Es galt 100 Jahre lang als Standardwerk. Ein weiteres bedeutsames Buch erschien 1914 mit dem Titel „Shakespeare und sein Wissen auf dem Gebiet der Arznei- und Volkskunde“. Hermann Schelenz war unermüdlich als Forscher tätig und verfasste insgesamt 893 Aufsätze und 871 Rezensionen. Darüber hinaus war er Mitglied naturwissenschaftlicher Gesellschaften in Europa und trat bei deren Veranstaltungen häufig als Referent auf.
Die „Schelenz-Stiftung“ wurde 1929 von seiner Witwe und den Kindern Dr. Curt Schelenz und Johanna Weigelt gegründet. Diese wird von der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie verwaltet. Sie verleiht alle zwei Jahre eine Bildnisplakette von Hermann Schelenz an verdiente Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für besonders wertvolle Leistungen auf dem Gebiet der Geschichte der Pharmazie. Sie gilt in Fachkreisen – national und international - als eine hohe und besondere Auszeichnung.
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