01. Oktober 2010. „Die Wiedervereinigung ist das Ergebnis von Mut, Entschlossenheit und Sehnsucht nach Freiheit“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen anlässlich des Tags der Deutschen Einheit, der sich am 3. Oktober zum 20. Mal jährt. Seitdem habe sich die Welt verändert, verbunden mit großen Erfolgen für viele, aber auch mancher Enttäuschung für andere. „Es mag sein, dass wir noch nicht überall soweit zusammen gewachsen sind, wie wir es gerne hätten. Bei allen berechtigten Klagen, dürfen wir aber nie aus den Augen verlieren, was in den vergangenen zwanzig Jahren erreicht wurde“, erklärte der Kasseler OB im städtischen Pressedienst.
Auch Kassel sei längst nicht mehr mit der Stadt zu vergleichen, die vor 20 Jahren vom Zonenrandgebiet in die Mitte eines vereinten Deutschlands und eines zusammenwachsenden Europas rückte. Hilgen: „Die Stadt hat ihre Chancen genutzt und ist auf einem guten Weg, den notwendigen Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen.“ Die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit habe die Nordhessen-Metropole nachhaltig verändert, so der OB weiter. Die optimalen Verkehrsanbindungen haben das Tagungs-, Kongress- und Messegeschäft erblühen lassen und Logistiker wie Dienstleister angelockt. Von Kassel aus werden Unternehmen von Weltrang geführt. Auf ehemaligem Kasernengelände fanden Unternehmensgründer ein innovatives Umfeld.
Einen entscheidenden Anteil an diesem Aufschwung habe die Universität. Sie treibe mit eigenen Impulsen die Regionalentwicklung voran und schaffe als Innovationsschmiede für ganz Nordhessen hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Dass sie heute als eine der unternehmerischsten Hochschulen Deutschlands gelte und sich bei Studienanfängern großer Beliebtheit erfreue, spräche für ihr erfolgreiches Profil, merkte Hilgen an.
Die erfreuliche Entwicklung Kassels lasse sich auch an den aktuellen Tourismuszahlen ablesen. Vergleiche man die Werte mit denen von 1990, so haben sich die Gäste- und Übernachtungszahlen seitdem quasi verdoppelt. Die kulturelle Vielfalt in Stadt und Region sowie die zahlreichen Attraktionen hätten sich längst herumgesprochen.
„Heute präsentiert sich Kassel als moderne und zugleich lebens- und liebenswerte Großstadt, in der bürgerschaftliches Engagement besonders stark ausgeprägt ist. Den vielen tatkräftigen und aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern ist es auch zu verdanken, dass der soziale Friede bewahrt wurde und das Miteinander unterschiedlicher Kulturen so gut funktioniert“, resümierte Oberbürgermeister Hilgen nicht ohne Stolz.
Kassel habe eine gute Ausgangslage für die Gestaltung der Zukunft. Bürgerschaftliches Engagement, die Potenziale der kulturellen Schätze, die Stärken des Wirtschaftsstandorts und die Impulse der Universität sind die Säulen, auf denen die Stadt weiter aufbauen könne, so OB Hilgen abschließend.
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