Ausstellung „Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg“ – Zeitzeugengespräch am 13. Oktober
Ottostadt Magdeburg.
Ab kommenden Mittwoch (13. Okt.) wird in der Ratsdiele des Alten Rathauses die Ausstellung „Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg“ gezeigt. Zur Ausstellungseröffnung um 13.00 Uhr gibt es ein Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Shlomo Wolkowicz.
Die Wanderausstellung „Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg“ entstand im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen dem Netzwerk Demokratie und Courage Sachsen-Anhalt e. V., dem Verein Miteinander e. V. und der Landesvereinigung für Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. Die inhaltlichen Recherchen konnten durch eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe realisiert werden. Die bereits bestehende Ausstellung wurde nun um eine weitere Tafel ergänzt, die insbesondere über das ehemalige Konzentrationsaußenlager „Magda“ in Magdeburg Rothensee informiert.
Am Rande eines Wohnviertels in Magdeburgs Norden hatte die BRABAG (Braunkohle-Benzin-Aktiengesellschaft) 1944 an der Heinrichsberger Straße/Ecke Havelstraße ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald errichtet. Im Juni 1944 wurden 2.172 Häftlinge aus Buchenwald in dieses KZ-Außenlager „Magda“ überführt und zu Schwerstarbeit für die BRABAG in Rothensee gezwungen. Bis zur Auflösung des Lagers im Februar 1945 starben durch die menschenunwürdigen Bedingungen nachweislich 550 Häftlinge.
Nach der Ausstellungseröffnung, die am kommenden Mittwoch (13. Okt.) um 13:00 Uhr stattfindet, folgt ein Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Shlomo Wolkowicz.
Shlomo Wolkowicz wurde am 1. Januar 1924 im polnischen Dorf Jagielnica geboren. Mit 17 Jahren fiel er einer Vernichtungsaktion der Nationalsozialisten in der ukrainischen Stadt Zloczow zum Opfer, bei der die SS 1.000 Juden exekutierte. Shlomo Wolkowicz konnte sich aus dem Massengrab retten und überlebte in den nächsten Jahren durch glückliche Umstände den nationalsozialistischen Terror.
Erst nach fünfzig Jahren des Schweigens verfasste er auf Drängen seiner Familie eine Biografie, in der er über seine schrecklichen Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges berichtet. Sein Buch wurde in Deutschland unter dem Titel „Das Grab bei Zloczow. Geschichte meines Überlebens. Galizien 1939-1945“ veröffentlicht.
Heute ist Shlomo Wolkowicz ein sehr aktiver Zeitzeuge, der sich mit großem Engagement für Begegnungen von Jugendlichen aus Deutschland und Israel einsetzt.
Nach der Präsentation in der Ratsdiele des Alten Rathauses steht die Ausstellung interessierten Schulen und anderen Einrichtungen zur Verfügung. Wichtige Partner sind vor allem die Magdeburger Schulen des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus - Schulen mit Courage". Die Ausstellung kann bis zum 31. Okt. 2010 montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
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