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| Pressemitteilung vom 11. Oktober 2010 |
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Fachtagung für Lernkompetenz und Lernkultur im Kreishaus – Lernpapst Andreas Müller weckt Freude am Lernen Region Kassel. Ein voller Erfolg war eine gemeinsam vom HESSENCAMPUS Kassel und der vhs Region Kassel organisierte Fachtagung „Lernkompetenz und Lernkultur“ im Saal des Hermann-Schafft-Hauses des Landkreises Kassel. „Wir wollen uns mit dieser und ähnlichen Veranstaltung Stück für Stück im Bereich der Fort- und Weiterbildungsangebote auch für Lehrende mit unserer Kompetenz einbringen“, erläutert der stellvertretende Leiter der vhs Region Kassel Gerhard Klingelhöfer den Hintergrund des Fachtages. „Die vhs ist da für uns der geborene Partner, da sich HESSENCAMPUS Kassel als Impulsgeber für lebenslanges Lernen in der Region versteht“, ergänzt Jenny Giambalvo-Rode, Projektkoordinatorin HESSENCAMPUS Kassel (HCK). Beim Fachtag waren rund 100 Schulleiter, Lehrer und Bildungsverantwortliche aus Stadt und Landkreis Kassel vertreten. „Stargast“ der Fachtagung war Andreas Müller, mit dem Kreispressesprecher Harald Kühlborn am Rande der Veranstaltung ein kurzes Interview führen konnte: Herr Müller, was muss man tun, damit lebenslanges Lernen gelingt? „Nichts anderes, als für das Lernen am Beginn einer lebenslangen Lernlaufbahn: Freude am Lernen wecken. Jeder Mensch macht das gern, wovon er sich selbst einen Nutzen verspricht und das für ihn Erfolge verspricht. Das Interesse am Lernen, den Wert von lebenslanger Bildung muss jeder für sich selbst entdecken. Institutionen, wie Schule oder Weiterbildungsträger, sollten daher nicht nur mit Zertifikaten oder ähnlichem locken, sondern verdeutlichen, dass lebenslanges Lernen bedeutet, etwas für sich zu tun. Schulen und Weiterbildungseinrichtungen müssen daher Orte sein, wo Lernende Erfolg für ihre Ziele haben können“. Das ist nun allerdings ein hehrer Anspruch, der in der Wirklichkeit kaum umsetzbar scheint. „Das sehe ich anders. Wir reden ja auch über neue Lernformen – das Lernen muss attraktiver werden und wir müssen das reine Lehren, wie wir es vielleicht noch aus unserer Bildungslaufbahn gewohnt sind, überwinden. Wir kommen bei diesem Thema sofort zu grundsätzlichen Fragestellungen: Wie müssen Bewertungssysteme gestaltet werden? Welche Rolle habe ich als Lehrer? Ist das Unterrichtsfach entscheidend oder die der Bildungsvermittlung? Bin ich bereit, mich als Akteur im Bildungswesen, aber auch als Bildungsinstitution zu verändern? Alles Fragen, auf die man nicht schnell eine Antwort findet. Außerdem muss ich alle Beteiligten, Kinder, Eltern, Lehrer und Politik, einbeziehen. Wir bohren hier ein dickes Brett, aber die Ergebnis, das wir in unseren Modellschulen erzielt haben, rechtfertigen den Aufwand. Schulen und Lehrer beschweren sich allerdings immer wieder darüber, dass sie sich nicht in Ruhe entwickeln können, sondern ständig neue Strukturvorgaben erhalten. „In Ruhe lassen ist keine gute Voraussetzung für Entwicklung – auch Institutionen müssen lebenslang lernen können. Was allerdings falsch ist, ist das ständige Hin und Her, die Reformitis und den Aktionismus, der gerade von der Politik an den Tag gelegt wird. Besser wäre es, langfristige Perspektiven für die Ziele, die man erreichen will, zu formulieren. Man wird Schulen oder Bildungsinstitutionen nicht ständig umbauen können – sowohl von der Struktur wie auch vom Baulichen ist Langfristigkeit gefragt. Es geht nicht um G 8 oder Gemeinschaftsschulen, es geht um die Antwort darauf, was wir lernen wollen und welches Bild von Schule wir in der Zukunft haben.
Hintergrund: Andreas Müller, Direktor des Instituts Beatenberg (Schweiz) und Privatdozent, ist Hauptreferent einer Fachtagung des Hessencampus Kassel und der vhs Region Kassel im Hermann-Schafft-Haus zum Thema „Lernkompetenz und neue Lernkultur“. Mit dem von der Hessischen Landesregierung begonnenen Initiative HESSENCAMPUS wurden hessenweit acht regionale Projekte für Zentren für lebensbegleitendes Lernen angestoßen. Hier werden Konzepte erarbeitet, die besonders jungen Menschen im Übergang in die Arbeitswelt fördern und Erwachsenen helfen, die an ihrer beruflichen Qualifikation arbeiten wollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Bildungsanbieter. Angestrebt wird, dass von der Grundschule bis zur Weiterbildung für Erwachsene alle Bildungsträger an einem Strang ziehen und die HESSENCAMPUS-Initiative unterstützen. Im regionalen HESSENCAMPUS-Initiativkreis arbeiten neben der vhs Region Kassel, fünf Berufsschulen aus Stadt und Kreis (Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar/Wolfhagen, Oskar-von-Miller-Schule Kassel, May-Eyth-Schule Kassel, Walter-Hecker-Schule Kassel und die Elisabeth-Knipping-Schule Kassel), Hessenkolleg und Abendschule Kassel, das Staatliche Schulamt für die Stadt und den Landkreis Kassel, die Universität Kassel, das Bildungszentrum Kassel, VW-Coaching Baunatal, die Bundesfachschule des Deutschen Zimmererhandwerks Kassel, der Internationale Bund Kassel und der Frauentreff Kassel-Brückenhof mit. Das HESSENCAMPUS-Konzept beruht auf vier Leitideen. Die Persönlichkeit des Lernenden steht im Zentrum, die Fähigkeit sein Leben zu gestalten wird zum zentralen Bildungsziel, die Nähe zum Alltag des Lernenden erleichtert den Einstieg in die Bildungsphase und schließlich die Orientierung an der speziellen Lernbiographie hilft, den lebensbegleitenden Ansatz zu sichern. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.hessencampus-region-kassel.de. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten: Fachtag Hessencampus Auf den angehängten Bildern sieht man die interessierten Zuhörer und Andreas Müller im Portrait.
Mueller, Andreas
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