25. Oktober 2010. Anlässlich des Choleraausbruches in Haiti informiert das Gesundheitsamt Region Kassel über diese Erkrankung. In Deutschland ist die Cholera bis auf wenige eingeschleppte Einzelfälle pro Jahr kein Thema, betont die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller im städtischen Pressedienst. Auch für Reisende aus Deutschland in tropische Länder bestehe normalerweise keine Gefahr. Zum einen weil die Cholera relativ selten sei, zum anderen weil der gesunde, gut genährte Mitteleuropäer die Krankheit entweder gar nicht erst bekomme oder nicht schwer erkranke. Touristen müssten sich in aller Regel also nicht gegen die Cholera impfen lassen, stellt die Amtsleiterin dar.
Anders sehe das aus bei Einsatzkräften, die zur Hilfeleistung in Kriegs- und Krisengebiete verreisen. Diese sollten sich vor Reiseantritt impfen lassen. Gegen die Cholera stehe ein gut wirksamer Schluckimpfstoff bei Bedarf zur Verfügung, betont Dr. Müller.
Die Cholera ist eine durch das Bakterium vibrio cholerae hervorgerufene Infektionskrankheit, die reiswasserartige Durchfälle, begleitet durch Flüssigkeitsverlust bis zu 20 Liter pro Tag und mehr verursachen kann. Sie tritt typischerweise in Kriegs- und Krisengebieten auf. Der Grund hierfür ist, dass dort keine intakten Strukturen hinsichtlich der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung existieren beziehungsweise diese zerstört wurden. Dies ist genau auch in Haiti der Fall. Dadurch kommt es zu einer Durchmischung an Trink- und Abwässern, so dass Darmkeime in das Trinkwasser gelangen, so auch der Erreger der Cholera.
In einem gut funktionierenden Gesundheitswesen lässt sich die Erkrankung gut behandeln, in dem der Flüssigkeitsverlust und der Mineralhaushalt ausgeglichen werden. Diese Möglichkeiten der Versorgung fehlen aber in der Regel in Kriegs- und Krisengebieten, so dass es dort häufig zu schweren Verläufen und Todesfällen kommt.
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