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Pressemitteilung vom
04. November 2010
Startschuss für Bioabfallvergärungsanlage in Vollmarshausen
Lohfelden/Kreis Kassel.

„Die klimafreundlichste Art Biogas zu produzieren ist die Nutzung von Pflanzenabfällen“, stellt Vizelandrätin Susanne Selbert beim ersten Spatenstich für die neue Bioabfallvergärungsanlage im Lohfeldener Ortsteil Vollmarshausen fest. Dies sei nicht nur ihre Meinung, sondern auch ein Zitat aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Wirtschaftswoche“, so Selbert weiter. Damit werde auch an diesem Beispiel wieder deutlich, dass der Landkreis nicht nur global denke und lokal handele, sondern auch dabei die Ökonomie nicht außen vor lasse.

Zur Erzeugung des Biogases errichtet der Eigenbetrieb Abfallentsorgung Landkreis Kassel auf seinem Betriebsgelände in Vollmarshausen eine Biogasanlage als Erweiterung der bereits bestehenden Bioabfallkompostierung. Durch die energetische Nutzung der Bioabfälle werde die Kompostierung nicht aufgegeben, so Selbert weiter, da die Gärrückstände nach der Biogasgewinnung kompostiert werden. Bei diesen Verfahren handelt es sich um eine „ökologisch sehr sinnvolle Verwertung von Bioabfällen“, die auch dem Klimaschutz in mehrfacher Hinsicht dient: „Wir nutzen Bioabfälle zur Energieerzeugung und ersetzen damit Erdöl und Erdgas, durch den Komposteinsatz werden Torf und auf Basis von fossilen Energieträgern hergestellte Dünger ersetzt und durch den Aufbau von Humus im Boden werden Kohlenstoffe gebunden, die bei Freisetzung zu einer weiteren Erwärmung der Erdatmosphäre führen würden“, betont die Vizelandrätin. Biogas habe sich daher in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standbein der Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt.

„Mit aktuell 28 Biogasanlagen liegen wir hessenweit an der Spitze und zusammen mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg erzeugen wir bereits heute rund ein Viertel des in Hessen produzierten Biogases“, informiert Selbert. Berechnungen hätten ergeben, dass eine optimierte Biogasanlage pro Kilowattstunde Strom nur noch 16 Gramm CO² emittiert. Selbert: „Das sind 98 Prozent weniger als beim Kohle- und Gasstrommix – mit der neuen Anlage tragen wir mit dazu bei, die Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen“.

In Vollmarshausen werden die Bioabfälle zukünftig mit einem Radlader in Gärboxen verladen, die dann gasdicht verschlossen werden. Die Bioabfälle werden dann mit warmen Wasser beregnet, um so einen Vergärungsprozess in Gang zu setzen. Innerhalb von 21 Tagen gast der Biomüll aus. Nach einer Trocknungsphase wird der verbliebene Gärrest wie bisher weiter behandelt und kompostiert.

Der Landkreis Kassel und die Gemeinde Lohfelden hatten Anfang Oktober einen Vertrag zur Erzeugung und Nutzung von Biogas abgeschlossen. „Wir haben bereits bei einer Reihe von Projekten mit der Gemeinde Lohfelden gut zusammengearbeitet – das ist jetzt der nächste Schritt unserer Kooperation“, informiert Vizelandrätin Selbert. Der abgeschlossene Vertrag regelt die Erzeugung, Übergabe und Nutzung des Biogases, das der Eigenbetrieb Abfallentsorgung am Standort der Biokompostierungsanlage in Lohfelden - Vollmarshausen durch Vergärung von jährlich 23.000 Tonnen Bioabfällen erzeugen will. „Wir werden das Biogas übernehmen und über eine Gasleitung ins Zentrum von Lohfelden leiten“, berichtet Bürgermeister Michael Reuter. Hier werden öffentliche Gebäude über Blockheizkraftwerke (BHKW) angeschlossen und mit Wärme versorgt. Die Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen erzeugen zusätzlich elektrische Energie, die ins Netz eingespeist wird.

Mitte 2011 sollen alle Anlagen fertiggestellt sein – dann werden das Lohfeldener Rathaus mit dem Bürgerhaus und die Regenbogenschule mit Wärme aus den Blockheizkraftwerken versorgt, berichten Selbert und Reuter. Darüber hinaus wird ein BHKW am Standort der Biokompostierungsanlage die Vergärungsanlage mit Prozesswärme versorgen. Mit der so insgesamt erzeugten elektrischen Energie können mindestens 1.000 Haushalte versorgt werden.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 6,8 Millionen Euro, in die auch die notwendige Erweiterung des Kompostierungsbereiches und die Kosten für die Baumaßnahmen der Gemeinde Lohfelden eingeflossen sind.

Die Planung für die Anlage erfolgt durch die Pövry Environment GmbH in Witzenhausen, beauftragter Generalunternehmer für die Vergärungsanlage ist die Helector Germany GmbH in Solms bei Wetzlar. Der Auftrag für die notwendigen Straßen- und Tiefbauarbeiten ging an die Bauer Bauunternehmen GmbH in Walschleben (Thüringen).



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


Biovergärungsanlage
Auf dem Foto sind von links nach rechts zu sehen: Jürgen Hake (Pöyri), Bürgermeister Michael Reuter, Landrat a.D. Dr. Udo Schlitzberger, Vizelandrätin Susanne Selbert, Jürgen Plumm (Projektleiter Helector) und Uwe Pietsch (Eigenbetrieb Abfallentsorgung Landkreis Kassel).


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LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

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